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Was mein Leben reicher macht
Autor: Immer wieder donnerstags schlage ich die meine Zeitung auf der letzten Seite auf. Warum? Weil es mein Leben reicher, schöner macht. Glauben Sie mir nicht?
Ist aber so hören Sie selbst:
Collage aus O-Tönen: Das morgendliche Frühstück mit meiner Oma, zwar oft spontan und auch nur ein- oder zweimal im Monat, aber jedes Mal eine Bereicherung!
An einem sommerlichen Tag übermütig auf der Gehsteigkante entlangzubalancieren, nur um festzustellen, dass ein entgegenkommender älterer Herr sich derselben Beschäftigung widmet. Ein Ausweichen, ein kurzer, freundschaftlicher Gruß
und weiter gehts.
Die Spracherkennung meines neuen Smartphones. Statt »Darüber sollten wir nochmal reden« schreibt es: »Darüber sollten wir nochmal leben«. Ja! Bitte!
Abendgottesdienst am Sonntag. Die Orgel ein Präludium von Bach. Da beginnt ein Baby zu weinen und lässt sich nicht beruhigen. Der Organist beendet das Präludium und intoniert Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein. Und das Schlaflied wirkt.
Autor: Was mein Leben reicher macht - so lautet eine Artikelserie der Zeit. Menschen schicken per E-Mail, Postkarte, Brief Erlebnisse an die Redaktion, die ihrem Alltag bereichert, ihre Tage verschönert haben.
Lustige Geschichten sind dabei, wie der Drittklässler aus Dortmund, der gemeinsam mit seiner Klasse einen Fanbus für den Deutschen Meister BVB malt, im Bild aber einen kleinen Schalke Fan versteckt.
Skurrile Erlebnisse: wie die drei Asiaten, die am Frankfurter Flughafen in der -Schlange für die Bürger der EU stehen und ihre deutschen Pässe hochhalten, weil keiner der Wartenden ihnen glaubt, dass sie sich richtig angestellt haben.
Rührende Erlebnisse, wie die Großmutter, die mit 83 Jahren zum ersten Mal einen Glückwunsch auf dem Anrufbeantworter hinterlässt.
Was mein Leben reicher macht das ist die Auforderung der Redaktion der Zeit, genauer hinzuschauen, den Alltag bewusster wahrzunehmen, das Leben nicht einfach an sich vorbeirauschen zu lassen.
Den Deutschen wird manchmal nachgesagt, dass sie ein melancholische Volk seien, daß dem Leben nicht viel Freude abgewinnen kann. Diese Zeitungskolumne zeichnet ein anderes Bild. Ein sehr lebensfrohes. Und sehr deutsches.
Collage aus O-Tönen: Sonntag im Gottesdienst , neben mir ein älterer Herr, mit dem ich mein Gesangbuch teile. Am Ende des Gottesdienstes gibt er mir die Hand und verkündet, nicht ohne Stolz: »Ich bin 96 Jahre alt. Ich wünsche auch Ihnen ein erfülltes Leben!«
Während einer Wanderung komme ich mit der siebenjährigen Freundin meiner Tochter ins Gespräch. »Was willst du mal werden?«, frage ich neugierig. »Glücklich!«, die sofortige Antwort von Linde. Ich drücke Linde fest die Daumen.
Ultraschall-Untersuchung. Hinter dem Vorhang, von der Liege nebenan, hörte ich folgende Unterhaltung. Arzt: »Meine Güte, können Sie so lange die Luft anhalten!« Patient: »Alles Training.« Arzt: »Ach, tauchen Sie?« Patient: »Nein, aber wenn mir in der Kirche die Predigt zu langweilig ist, halte ich die Luft an und schaue dabei auf die Uhr.«
Autor: So geh nun hin, trink deinen Wein mit Freuden und iss dein Brot mit gutem Mut, denn dies, dein Tun, hat Gott schon längst gefallen heißt es im Buch der Sprichwörter in der Bibel. Was mein Leben reicher macht? Die kleinen Erlebnisse, die mich aus dem Alltag herausreißen und mich spüren lassen, dass das Leben schön ist, Spaß macht.
Der erste T-Shirt Tag im Frühling, ein Lächeln im Stress an der Supermarktkasse, ein guter Witz, den ich zufällig mithöre. Und zu wissen, dass es Ihnen da draußen genauso geht. Möge Gott Ihnen heute einen schönen, reichen Tag schenken.
Was mein Leben reicher macht
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