Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

01.06.12; Präses Nikolaus Schneider

Schutz

Bewahrung und Schutz vor schlimmen Schicksalsschlägen, liebe Hörerin, lieber Hörer, das wünschen wir uns alle:

Eine sichere Zuflucht zu haben für Zeiten, in denen wir uns bedroht fühlen. Einen festen Halt zu finden, wenn uns der Boden unter unseren Füßen wegzubrechen scheint. Im Buch der Sprüche in der Bibel heißt es:

Sprecherin: „Wer den Herrn fürchtet, hat eine sichere Festung.“ (Sprüche 14,26)

Dieses Weisheitswort macht darauf aufmerksam, dass unsere Bewahrung und unser Schutz auch mit uns selbst, mit unserem Denken und Handeln zu tun haben. Und zwar nicht nur vordergründig mit der Art unserer Ernährung oder mit den alltäglichen Risiken, die wir etwa im Straßenverkehr einzugehen bereit sind. Vielmehr haben sie ganz grundsätzlich damit zu tun, woran wir unser Leben ausrichten. Mit unseren Maßstäben und Werten. Mit unserer Gottesbeziehung. „Wer den Herrn fürchtet“ –  Gottesfurcht. Das ist keine Angstmacherei. Das ist kein Drohen mit einem strafenden Gott. Gottesfurcht ist ein ehrfürchtiges Vertrauen. Ein gottesfürchtiger Mensch erkennt an, dass Gott der Herr über Tod und Leben ist.

Jesus Christus hat den Menschen erklärt, wie Gottesfurcht gelebt wird und warum sie ein nachhaltiger Schutzschild im Leben eines Menschen sein kann. Er verspricht den Menschen am Ende seiner Bergpredigt:

Sprecherin: „Wer meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute.“ (Matthäus 7,24)

Wer Gottes Wort ehrfürchtig hört und gehorsam tut, dessen Lebenshaus können alle Stürme des Lebens nicht endgültig vernichten. Dessen Lebenshaus bleibt bewahrt und geschützt durch alle Schicksalsschläge hindurch. Wie versuchen wir unser Leben zu sichern? An wem oder an was machen wir unser Leben fest? Angebote gibt es genug. Für viele Menschen ist die Sicherheit des Lebens identisch mit einer möglichst hohen schwarzen Zahl auf dem Kontoauszug. Andere suchen Halt und Orientierung  durch Mitmenschen. Sie eifern Vorbildern oder Idolen nach. So fühlen sie sich geschützt vor selbstkritischen Zweifeln und entlastet von einer anstrengenden Sinnsuche. Oder sie klammern sich an einen anderen Menschen - gleichsam als ihren Lebensanker. Und hoffen, dass dieser eine Mensch sie vor jeglicher Erfahrung von Einsamkeit, Enttäuschung und Lieblosigkeit bewahren und schützen kann. Zu allen Zeiten aber mussten Menschen die Erfahrung machen: Alle Menschen sind fehlbar und verwundbar.

Alles Menschliche, alles von Menschen Gemachte und  Erdachte kann zerfallen, sich auflösen, zerbröckeln und zerfließen. Schutz in aller Schutzlosigkeit und Bewahrung in und trotz allem Leiden finde ich allein bei Gott. Ihm allein kann ich mein Leben letztgültig anvertrauen, weil er unzerstörbares Leben für mich bereithält. Er bewahrt und beschützt mein Leben auch in Katastrophen und Krankheiten, auch beim Sterben und durch den Tod hindurch. Wenn alle menschlichen Sicherungen, Burgen und Festungen gestürmt werden und zerfallen – Gott bleibt in Ewigkeit. Er ist die sichere Festung, die uns Menschen Zuflucht und Halt schenken kann, gerade in schweren Zeiten.

Dass Sie heute diese Erfahrung machen können und sich bewahrt und beschützt wissen, das wünscht Ihnen Ihr Präses Nikolaus Schneider aus Düsseldorf.   

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