Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

30.05.12; Manuel Neeb

Eine verschworene Gemeinschaft

Ich liebe Fußball! Deshalb bin ich gerne mit anderen Fans zusammen. Natürlich auch gerne mit denen, die den gleichen Club mögen wie ich.

Da wird gefachsimpelt, wer wohl das Spiel machen wird. Da erinnert man sich an glorreiche Spiele in der Vergangenheit. Und man weiß natürlich alles besser als der Trainer.
Mal abgesehen von tollen Fußballspielen beeindruckt mich diese Fankultur und ich bin auch gerne Teil von ihr. Beim Spiel  peitschen  wir unsere Mannschaft mit Fangesängen  nach vorne. Wenn es gut läuft, ist das eine riesige Freude. Aber man durchsteht auch schwere Zeiten, leidet gemeinsam. Hält vielleicht sogar mal Händchen, wenn es besonders spannend wird. Und es mal wieder nicht für den Pokal gereicht hat.

Aber auch abseits des Spielfelds sind Fans füreinander da. Eine Freundin hat mal zu mir gesagt: „Wenn ich mal bei einem Heimspiel meiner Mannschaft nicht dabei bin, rufen mich nachher zig Leute an und fragen, wo ich gewesen bin.“

So eine verschworene Gemeinschaft kenne ich sonst nur noch in meiner Gemeinde. Da treffen wir uns jede Woche, erzählen uns offen und ehrlich, wie es uns geht und beten füreinander. Wenn einer von uns beispielsweise ein schwieriges Gespräch vor sich hat, schreibt er kurz eine SMS und dann beten die anderen für ihn. Mir selber hat das schon oft total gut getan, weil ich wusste: Ich gehe da jetzt nicht alleine rein! Deshalb bin ich Gott dankbar für meine Freunde. Wie Fans. Eine verschworene Gemeinschaft!

Sprecher: Daniel Schneider

Audiobeitrag Eine verschworene Gemeinschaft


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