Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

19.05.12; Pfarrer Eberhard Helling

Ewige Herrschaft

Ob das heute ein guter Tag wird? Immerhin – es ist Samstag und das ist der Tag auf den ich mich immer freue, weil da für mich am meisten Freiraum ist:

Vormittags in Ruhe auf dem Wochenmarkt einkaufen und im Garten ein wenig herumkratzen, am Nachmittag ein paar Vorbereitungen für den morgigen Sonntag treffen- aber vor allem - Zeit haben. Wunderbar!

Sprecher: Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:

Autor: Das sind Worte aus der Bibel, aus dem 103. Psalm. Ein richtiger Samstagspsalm: Nimm dir Zeit, schau noch einmal zurück auf die vergangene Woche..., lese ich daraus. Wie vielen Menschen bin ich über den Weg gelaufen? An einige Begegnungen werde ich noch sehr intensiv denken müssen. Andere waren eher flüchtig. Vielleicht habe ich übersehen, dass mich jemand brauchte. Ob die Entscheidungen in Ordnung waren, die ich getroffen habe? Vieles lässt sich jetzt nicht mehr ändern. Ob ich die Folgen meiner Entscheidungen zu spüren bekomme?

Sprecher:  …der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit, der deinen Mund fröhlich macht, und du wieder jung wirst wie ein Adler.

Autor: Wie schön, denke ich. Wenn ich das genauso erleben könnte. Von einem, der das erlebt hat, lese ich in der Bibel. Er heißt Simon Petrus. Simon Petrus ist einer von den zwölf Jüngern Jesu. Der Sprecher dieses Kreises.  Er ist ziemlich wortgewandt. Aber an entscheidender Stelle verspricht er mehr, als er halten kann. Er hat geschworen, sich immer zu Jesus zu bekennen – aber er hält es nicht, als es eng wird. Nachdem Jesus gefangen genommen ist, behauptet er: Ich kenne diesen Menschen Jesus gar nicht. Kaum ist die Lüge ausgesprochen, fällt ihm sein Versprechen ein – gebrochen. Aber es kommt zu einer neuen Begegnung zwischen den beiden, Jesus und Petrus. Ganz behutsam und doch ganz klar spricht Jesus die wunde Stelle in ihrer Beziehung an. Und Petrus bekommt eine neue Chance, der zu werden, der er eigentlich ist: ein Jünger Jesu.

Sprecher: Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten. So fern der Morgen ist vom Abend, lässt er unsre Übertretungen von uns sein.

Autor: Diese alten Worte aus dem Psalm 103 beschreiben schon lange bevor Jesus gelebt hat, wie Gott sich zu den Menschen hält, wie er mit ihnen umgeht – und Jesus zeigt, wie das von Mensch zu Mensch Wirklichkeit werden kann. Wer auf Jesus trifft, bekommt die göttliche Vergebung am eigenen Leib zu spüren. Kann aufatmen. Dafür, dass Menschen das erleben können, hat Jesus gelebt, dafür hat er sich bis zur letzten Konsequenz eingesetzt – er wurde am Kreuz hingerichtet -  und deswegen hat ihn Gott aus dem Tod herausgeholt  - er lebt!

Sprecher: Der HERR hat seinen Thron im Himmel errichtet, und sein Reich herrscht über alles. Lobet den HERRN, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft! Lobe den HERRN, meine Seele!

Autor: Heute ist Samstag – ich habe etwas mehr Zeit als sonst. Gut, dass mir der Psalm eingefallen ist. Er zeigt mir, in welch großem Zusammenhang mein Leben, meine Woche stehen. Der Psalm 103 fügt mich ein in den Herrschaftsbereich des barmherzigen und gnädigen Gottes. Der hat uns mit Jesus sein menschliches Gesicht gezeigt. Keine Menschenseele muss sich fürchten - Deshalb: Lobe den Herrn, meine Seele.

- Eberhard Helling, Pfarrer aus Lübbecke.

Zitate: Psalm 103 i. A. nach der Übersetzung von Martin Luther (1984)

Audiobeitrag Ewige Herrschaft


Druckversion

Suche

Sendungen der Woche

Sendungen am Sonntag

Sendungen im Fernsehen