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Weise Herrschaft
Jetzt kommt eine Reklamesendung, denn das ist ja eine Andacht im Radio: Eine Reklame für Gott wenn wir Reklame einmal wörtlich verstehen.
Das Wort Reklame stammt aus dem Französischen: reclame zurückrufen, ins Gedächtnis zurückrufen. Also: Ich rufe uns jetzt ins Gedächtnis zurück, dass Gott da ist und er die Welt regiert. Jedenfalls nach meiner Überzeugung. Gott wird schnell übersehen. Er lässt sich auch schnell übersehen, weil die anderen Kräfte in unserem Leben so laut oder vielleicht auch leise aber sehr eindrücklich für sich Reklame machen.
Die anderen Kräfte? Da wäre zunächst einmal das Geld das soll nach einem alten dummen, gottlosen Spruch die Welt regieren - ich glaub das nicht. Natürlich ist Geld ein wichtiges Tauschmittel, natürlich hat es einen ungeheuer großen Raum in den Finanzmärkten bekommen, natürlich bestimmt es die Entscheidungen von vielen Personen und Einrichtungen. Aber regieren also sagen, was am Ende zählt nein, das tut das Geld nicht und wenn es noch so laut und allgegenwärtig für sich Reklame macht.
Und die starken Personen sind es auch nicht, die die Welt regieren. Beeindruckende Persönlichkeiten gibt es ja reichlich: im Showbusiness, in der Industrie oder in der Politik. Aber: Die Welt regieren, das wird keiner von ihnen können, und wenn noch so oft von ihm oder ihr geredet würde.
Und auch die stillen, klugen Leute sind es nicht, die die Fäden in der Hand halten selbst wenn sie alle Nobelpreise dieser Welt bekommen hätten und ihre Erkenntnisse allen zur Verfügung stellen würden, und wenn sie mit allen Weisheiten dieser Welt gesegnet wären auch dann regierten sie nicht die Welt.
Der Prophet Jeremia aus dem Ersten Testament der Bibel sagt es ganz schlicht, wer für sich Reklame machen kann und wer es besser bleiben lassen sollte.
Sprecher: So spricht der HERR: Der Weise rühme sich nicht seiner Weisheit, und der Starke rühme sich nicht seiner Stärke, der Reiche rühme sich nicht seines Reichtums; sondern wer sich rühmt, rühme sich dessen: Einsicht zu haben und mich zu erkennen, dass ich der HERR bin, der Gnade, Recht und Gerechtigkeit übt auf der Erde; denn daran habe ich Gefallen, spricht der HERR. (Jeremia 9,22f)1
Autor: Es ist also in Ordnung sich zu rühmen, Reklame für sich zu machen. Die Frage ist nur: Wofür mache ich Reklame. Die Empfehlung des Propheten: Mach dafür Reklame, dass du begriffen hast, wer die Fäden dieser Welt und die Fäden deines Lebens in der Hand hat. Gott ist es, der vielleicht auf sehr versteckte Weise - Gnade, Recht und Gerechtigkeit auf dieser Welt zum Zuge kommen lässt. Es kann sein, dass ich den Eindruck habe, diese Welt ist ein gnadenloser Sumpf - voller Ungerechtigkeit. Aber wenn es wirklich so wäre, wenn unsere Welt und mein Leben nichts anderes wäre als gnadenlose Ausbeutung, ständige Verletzung des Rechts, himmelschreiende Ungerechtigkeit, wenn es wirklich nichts anderes gäbe als dies, dann könnte diese Welt nicht einen Tag lang weiter bestehen.
Aber es gibt sie noch, die Welt. Und es gibt dich und mich noch! Das ist nun wirklich kein Gottesbeweis, dass es uns gibt. Aber ich weiß, dass in meiner Umgebung Menschen sich um einander kümmern, dass sie gnädig zueinander sind, Ich kenne Leute, die sich immer wieder darum sorgen, dass das Recht nicht untergeht und ich weiß, dass viele Organisationen sich darum bemühen, Gerechtigkeit zum Zuge kommen zu lassen. Und das sind für mich Hinweise darauf, dass Gott die Fäden in der Hand hält. Er regiert die Welt, denn er sorgt dafür, dass immer wieder Gnade, Recht und Gerechtigkeit im Zusammenleben der Menschen ihren Platz finden. Dafür lohnt es sich Reklame zu machen.
Ein guten Tag wünscht Ihnen Ihr Eberhard Helling, Pfarrer aus Lübbecke.
Übersetzung nach: Rev. Elberfelder 1992
Weise Herrschaft
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