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Ja, nein oder vielleicht
Montag: Licht anschließen Dienstag: Himmel und Erde trennen Mittwoch: Die Erde bepflanzen Donnerstag: Sterne und Kometen befestigen
Freitag: Fische und Vögel erschaffen Samstag: Noch mehr Tiere und den Menschen erschaffen Sonntag: Entspannung und Ruhe genießen.
Am Anfang war die Entscheidung, und die Entscheidung war bei Gott und Gott war die Entscheidung. Für die Schöpfung, hatte Gott eine Unmenge von Entscheidungen zu treffen. Mit Flügeln oder Kiemen, gestreift oder gepunktet, groß oder klein, Frühlingsblütler oder Winterschläfer
. Wer seinen persönlichen Kosmos schaffen und ihn im Griff behalten möchte, muss tagtäglich eine Menge Dinge entscheiden. Unwichtige Sachen wie Aufstehen oder noch mal umdrehen? Milch oder Zucker? Handyvertrag oder Prepaidkarte? und genauso, wenn es wirklich um etwas geht: den Mann oder die Frau fürs Leben, den nächsten Job, die richtige Wohnung. Notwendige Entscheidungen und unsere Schwierigkeiten damit sind so alt wie die Menschheit. Schon der Philosoph Søren Kierkegaard klagte: Es ist nicht zu glauben, wie schlau und erfinderisch die Menschen sind, um Entscheidungen aus dem Weg zu gehen. Doch das Problem besitzt eine neue Qualität: Wir müssen uns viel häufiger entscheiden, als es noch vor Generationen der Fall war und die Entscheidungen sind deutlich komplexer geworden. Wir müssen eine Fülle von Informationen berücksichtigen, um der jeweiligen Entscheidung gerecht werden zu können.
Aber, unsere Willenskraft ist begrenzt, wie der amerikanische Psychologe Roy Baumeister entdeckte. Er bewies, dass selbst die Vitalsten unter uns nur begrenzte Entscheidungskraft besitzen. Die Willenskraft ist wie ein Muskel, der bei Benutzung ermüdet, stellt er fest. Unser psychischer Akku ist viel schneller leer, als wir glauben. Selbst wenn wir nichts Besonderes vorhaben, verbrauchen wir eine Menge Energie für die unzähligen, kleinen, alltäglichen Entscheidungen. Wie war das mit dem guten Vorsatz Joggen? Ach, es regnet! Bei der Arbeit: dem blödem Vorschlag aus Bequemlichkeit zustimmen oder aufbegehren?
Aus der Entscheidungsmüdigkeit heraus machen wir Fehler. Plötzlich schreien sonst so nette, umgängliche Menschen Kollegen oder Angehörige an, kaufen sich Frauen unvernünftiger Weise das zehnte Paar Schuhe, stopft man sich in der Mittagspause mit Fastfood voll oder bleibt abends, müde vor dem Fernseher, bei einer Sendung hängen, die einen gar nicht interessiert. Um den Vorrat an Entscheidungskraft, möglichst effektiv einzusetzen, sollten wir dem göttlichen Vorbild folgen und alles in machbare Einheiten packen.
Gott, der Meister der Entscheidungen, hat noch vor den Details der Schöpfung, die Zeit geschaffen. Sie verhindert, dass alles gleichzeitig geschieht. Nehmen wir uns die Zeit, bei wichtigen Entscheidungen zu zögern und abzuwarten. Schaffen wir einen Raum zwischen dem Ja und dem Nein. In dieser Stille können wir unserem und Gottes Wollen näherkommen. In der Nähe Gottes können wir erleben, wie auf sonderbare Weise der lästige Druck der Entscheidung von uns abfällt und wir das unbezahlbare Gefühl genießen, dass alles gut ist, wie es ist - wie auch immer wir uns entscheiden.
Ja, nein oder vielleicht
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