Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

15.04.12; Pfarrer Titus Reinmuth

Die Kraft der Musik

O-Ton: Singen ist für mich befreiend. O-Ton: Sa-a-a-a-a-a-a-a (Gesangsübung Chor )O-Ton: Für mich ist es so, dass es mir unheimlich viel Spaß macht.

O-Ton: Se-e-e-e-e-e-e-e

O-Ton: Singen ist für mich Bewegung, ohne die Füße zu bewegen.

O-Ton: Das ich meine Gefühle ausdrücken kann.

O-Ton: Ich singe immer.

O-Ton: Für mich ist Singen auch Bestätigung.

O-Ton: Ich fang morgens an und hör abends auf. Beim Autofahren, beim Kochen, egal wann.

O-Ton: So-o-o-o-o-o-o-o-o

O-Ton: Singen ist einfach spannend.

O-Ton: Also, wenn ich die Reaktion vom Publikum hab, dann wachse ich auch wieder ein Stück und dann merke ich auch, dass mir das im Singen auch wieder gut tut.

Autor: Jede Stimmer zählt. Das ist das Motto der Evangelischen Kirche im Jahr der Musik 2012. Gospelworkshops, Projektchöre, Kindermusicals – Singen ist super. Singen führt Menschen zusammen.

O-Ton: Beim Gesang handelt es sich um das elementarste Instrument eigentlich.

O-Ton: Aaa ---ooo  Ein Instrument, was jeder besitzt in der Regel. Singen ist sowohl für den Geist wichtig, weil’s befreit, weil’s öffnet, und für den Körper wichtig, denn man muss auch auf seinen Körper hören, um vernünftig singen zu können.

Autor: Sagt Thorsten Odenthal, der Chorleiter und Bandleader der Evangelischen Kir-chengemeinde in Wassenberg. Seine Spezialität sind religiöse Popsongs aus eigener Fe-der.

O-Ton:  Ich muss nicht mehr fragen und ringen / mit dir kann das Leben gelingen /

O-Ton: Singen ist Entwicklung. Und irgendwie sieht man strahlende Gesichter und ist selbst auch glücklich dadurch dass man sieht, was es bei andern auch bewirkt. Es harmo-nisiert.

Autor: Und damit es harmonisiert, muss erst mal der Rhythmus stimmen.

O-Ton: Ich muss nicht mehr fragen und ringen / mit dir kann das Leben gelingen

Autor: Ja, das könnte was werden. Sagt das Singen auch etwas übers Leben? Wenn ich singe, muss ich meine eigene Stimme finden. Meine Gefühle ausdrücken. Zu mir stehen. Und mein Leben soll einen gewissen Rhythmus haben. Nicht alles durcheinander, sondern in einem gewissen Takt mit anderen zusammen.

O-Ton: Du umgibst mich von allen Seiten / deine Hand über mir wird mich leiten.

Autor: Von allen Seiten umgibst Du mich und hältst deine Hand über mir. Das ist nicht neu. Der Satz stammt aus einem alten Psalm. Früher stand darüber: Singt es zum Saitenspiel. Und heute? Religion und Pop – wie geht das eigentlich zusammen?

O-Ton: Generell kann einen eine Bach-Kantate sicherlich genauso berühren wie ein reli-giöser Popsong (...). Das schon.

Autor: Trotzdem reizt den Chorleiter die moderne Musik ungleich mehr.

O-Ton: Es ist eine Frage des Hörgeschmacks, der Hörgewohnheit, das gibt einem die Chance, bei den religiösen Popsongs die Leute bei der Musik zu erreichen, die sie gerne hören, die sie selbst berührt.

Autor: Das hat der alte Martin Luther übrigens auch schon so gemacht. Nicht nur dem Volk aufs Maul geschaut, sondern auch den Sängern in die Noten. Viele Kirchenlieder waren zuerst Volkslieder. Die Gassenhauer, die auf den Marktplätzen und bei Festen gesungen wurden, bekamen plötzlich einen neuen religiösen Text. Schon im 16. Jahrhundert. Das hat Menschen berührt und erreicht.

O-Ton: Du umgibst mich von allen Seiten / deine Hand über mir wird mich leiten.

O-Ton: Singen ist für mich wie Balsam für die Seele.

Audiobeitrag Die Kraft der Musik


Druckversion

Suche

Sendungen der Woche

Sendungen am Sonntag

Sendungen im Fernsehen