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Der Mensch lebt nicht vom Brot allein
Andreas: Ich hab 2000, 2001 meine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann gemacht.
Sprecher: Ein erfolgreicher Start ins Berufsleben, Prüfung bestanden, vom Ausbildungsbetrieb übernommen, für Andreas hätte es damals nicht besser laufen können. Doch schon bald kamen die Zweifel:
Andreas: Irgendwann wurds dann ein bisschen dröge halt da hab ich halt gedacht jetzt jeden Morgen aufstehen, arbeiten gehen, keine Entwicklung, kein Prozess mehr im Leben. Ich hätte getrost, glaube ich, den Kopf zu Hause lassen können und einfach nur funktionieren können und hätt mich dann abends wieder drüber gefreut, dass da mein Kopf liegt beim Nachhausekommen.
Sprecher: Als die inneren Fragen und Zweifel nach ein paar Jahren nicht mehr auszuhalten waren, hat Andreas den Sprung ins Ungewisse gewagt. Ist ausgestiegen aus dem Beruf, um noch mal Schule zu machen.
Andreas: IIch mach den Job, den ich vorher gemacht hab, als 400€ Job jetzt immer noch weiter, mach halt diese Ausbildung hier jetzt, muss lernen. Das ist schon halt so, dass man abends seine Freundin sieht und dann halt denkt ich habe dich schon lange nicht mehr gesehen.
Sprecher: Das Entscheidende aber ist für Andreas das eigene Gefühl bei der Sache:
Andreas: Wenn man halt Schule macht und was lernt, was Neues, jetzt unabhängig davon, wie alt man ist, dann wird halt dieser trockene Schwamm wieder irgendwie benässt. Dann ist das Ganze auch wieder flexibel und nicht so trocken halt alles.
Sprecher: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Leben ist mehr als nur Arbeitsplatz, Sicherheit, Geld. Klar braucht man das. Aber Andreas hat gemerkt, dass er auf Dauer Schaden an seiner Seele genommen hätte, wenn er einfach weiter gearbeitet hätte.
Sprecher: Daniel Schneider
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein
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