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Unperfekthaus
Party, 20 Uhr im Unperfekthaus. Ich stutze bei der Einladung. Unperfekthaus? Das könnte auch bei mir sein.
Das Haus, in dem ich wohne wurde kurz nach dem Krieg aus den Trümmern wieder aufgebaut von der Familie des Eigentümers und mit viel Hilfe von den Nachbarn. Die Stufen am Eingang sind unterschiedlich hoch, über der Treppe ist die Decke zu niedrig. Mich störts nicht. Im Gegenteil. Es passt zu mir. Auch in meiner Wohnung passt nicht alles perfekt zusammen. Deshalb gefällt mir der Gedanke in ein Unperfekthaus eingeladen zu sein sehr. . Am Samstagabend habe ich dann einen dicken Schnupfen. Kleine Augen, rote Nase kein schöner Anblick. Was solls, denke ich mir. Dürfte im Unperfekthaus doch gar nicht weiter auffallen. Das Haus entpuppt sich als verwinkeltes Gebäude mit mehreren Etagen. Schon der Gang in die 4. Etage macht richtig Spaß. Ich frage eine Gruppe Umweltaktivisten nach dem Weg und erfahre von einem geplanten flash-mob, sehe mir Skulpturen an, die gerade in einer Werkstatt entstehen, treffe auf ein knutschendes Pärchen, das sich nicht stören lässt.
Später bei der Party erzählt mir eine wildfremde und gar nicht so unperfekt aussehende Frau, dass sie sich an dem Abend überhaupt keinen Stress wegen ihrer Klamotten gemacht hat. Sie hat sich gesagt: Ich gehe ja ins Unperfekthaus, da kommt es nicht so drauf an.
Aha, denke ich, vielleicht macht sie gerade das so symphatisch.. Denn es ist ungemein entspannend, nicht perfekt zu sein.
Sprecher: Daniel Schneider
Unperfekthaus
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