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Held des Alltags
Meine Tageszeitung wählt den Helden des Alltags. Also einen bislang unbekannten Helden des Alltags. Ich werde Max vorschlagen.
Ich werde Max vorschlagen. Max hat Nils gerettet meine ich. Nils hatte sich die Pulsadern aufgeschnitten, war aber früh genug gefunden worden. Nach den Semesterferien war sein Selbstmordversuch das Thema. Dass Nils es nicht leicht hatte, war offensichtlich. Er war eher ungeschickt, schüchtern, hatte kein Glück bei den Mädels. Und -ehrlich gesagt- beliebt war er bei uns auch nicht. Aber dass er so verzweifelt war, das hatte keiner von uns gemerkt. Und daher überlegten wir, was wir tun könnten. Und diskutierten und diskutierten. Ohne rechtes Ergebnis.
Anders Max, Max adoptierte Nils. So kam es uns jedenfalls vor. Denn in den nächsten Tagen, Wochen, Monaten sah man die beiden nur noch zusammen. Im Seminar, in der Mensa, in der WG, bei Partys. Max und Nils, Nils und Max. Max wich nicht von Nils Seite. Ich bin sicher, ihm ist es zu verdanken, dass Nils irgendwann wieder Spaß am Leben bekam.
Max ist in der Studentengemeinde engagiert. Er geht oft eigene Wege, sagt und macht, was er für richtig hält. Sein Image ist ihm egal. Held zu sein, wäre wohl das letzte, was er wollte. Trotzdem fällt er mir als erster ein, wenn ich an meinen Helden des Alltags denke. Er hat das einzig Richtige getan. Er hat sich eingesetzt.
Sprecher: Daniel Schneider
Held des Alltags
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