Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

16.04.12; Dr. Annette Schmitz-Dowidat

Sprichst du noch oder kommunizierst du schon?

Englisch. Französisch. Mit den Fremdsprachen tue ich mich echt schwer. In den Osterferien war ich froh, dass mein Kumpel fließend Französisch spricht.

Unserer Pariser Gastfamilie  gegenüber blieb ich stumm wie ein Fisch.
 
Wobei Sprache doch eigentlich etwas Wunderbares ist, weil sie Menschen miteinander verbindet – unsere Gefühle, unsere Vorstellungen und unsere Hoffnungen. Unser Gastvater  freute sich jedenfalls sehr, als ich endlich ein „Bonjour“ rausknödelte.  Und dann legte er los. Seine Worte habe ich zwar nicht verstanden, aber alles verstanden, was der mit lustigen  Augenrollen und wilden Gesten von seiner Familie, Paris und „l´amour“  erzählte.

In der Bibel wird erzählt, wie sich Menschen mit unterschiedlichen Muttersprachen plötzlich verstehen. Nach der Kreuzigung Jesu sind Jünger in Jerusalem zusammen. Dort sind auch Menschen aus allen Ecken der Welt versammelt. Die Jünger erzählen von ihren  Erfahrungen mit Gott – und werden von allen verstanden. Gerade so, als ob die sie sämtliche Fremdsprachen sprächen. Der Heilige Geist hat das bewirkt, sagt die Bibel.  Daher haben sie es geschafft jeden so anzusprechen, dass ihre Gefühle und Hoffnungen übergesprungen sind. Die Bibel ist sich sicher, dass kann jederzeit und überall wieder passieren: Plötzlich fühlen sich  Menschen in einem gemeinsamen Geist verbunden.  Wenn eine Sprachbarriere nicht mehr wichtig ist, dann ist das auch ein kleines Pfingsten. 

Sprecher: Daniel Schneider

Audiobeitrag Sprichst du noch oder kommunizierst du schon?


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