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Woran Promis glauben: Präses Annette Kurschus
O-Ton: Ostern begann für mich immer damit, dass meine Oma ganz früh am Morgen anrief und dann meldete sie sich mit diesem Liedruf:
Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden! am Telefon.
Autorin: Das war damals, im Pfarrhaus der Eltern. Annette Kurschus wuchs dort mit ihren zwei Geschwistern auf. Heute steht die 49-jährige als erste Frau an der Spitze der Evangelischen Kirche in Westfalen. Seit genau fünf Wochen. Die Ostergeschichte bedeutet ihr viel. Das leere Grab, die Resignation, die Trauer, das Entsetzen. O-Ton: Es gibt ja keine Ostergeschichte, wo sofort der Jubel einsetzt: Oh, er ist auferstanden, alle sind glücklich. Nein, sie erschrecken alle. Ich merke das bei mir selber, ich merke das auch in meinem Umfeld, wie feste Klauen manche Enttäuschung hat, manche Resignation, dass es ganz schwer ist, sich da rausreißen zu lassen. Autorin: Wenn es ans Eingemachte geht. Existenziell wird. Dann ist es schwer dahin zu schauen, wo es weitergeht. Wo es Hoffnung gibt. Selbst Jesus fühlte sich am Kreuz total verlassen. Auch von seinem Vater. Verzweifelt ruft er: Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Aber die Geschichte endet nicht mit dem Tod.
O-Ton: Jesus wurde auferweckt, durch die göttliche Kraft. Und das ist so ein Moment, das viele Menschen in ihrem Leben schon erlebt haben,
dass es plötzlich nach einer Zeit völliger Durststrecke und eigener Mattigkeit wieder einen Lichtpunkt am Horizont gibt. Das mögen manche Zufall nennen oder Schicksal, für mich ist das die Kraft Gottes.
Autorin: In den vergangenen Wochen hat Annette Kurschus die Bedeutung der Osterbotschaft am eigenen Leib gespürt. Unter die Freude über die Wahl zur neuen Präses mischten sich Zweifel, Furcht und Wehmut. Sie musste von ihrer Arbeit als Superintendentin im Kirchenkreis Siegen Abschied nehmen.
O-Ton: Es hat bei mir da durchaus auch Momente gegeben, wo ich gedacht habe, wie konntest du nur und was gibst du alles auf
und wenn dann plötzlich wieder neue Zuversicht wächst und ich merke, da traut mir jemand was zu, das sind auch so kleine österliche Erfahrungen, die wieder neuen Anschub geben.
Autorin: Und noch etwas ist Annette Kurschus wichtig an der Ostergeschichte:
O-Ton: Jesus hat als die ersten Verkündigerinnen und Verkündiger Frauen gebraucht. Wer weiß, ob diese Botschaft je in die Welt gekommen wäre, wenn da nicht die Frauen gewesen wären. Die waren die ersten, die dabei waren!
Autorin: Nun zählt sie zu den Ersten. Sie ist die erste Frau an der Spitze der evangelischen Kirche in Westfalen. Die Osterbotschaft in die Welt zu tragen, darin sieht sie ihre Aufgabe.
O-Ton: Dass ich mich für Vielfalt im menschlichen Leben einsetze, dass die Frauen genauso wie die Männer vorkommen, die Behinderten wie die anscheinend nicht Behinderten. Auf einmal wenn ich die Osterbotschaft ernst nehme kommt das ganze sozialpolitische und diakonische Programm unserer Kirchen in den Blick und dann kann ich gar nicht mehr anders als mir die Ärmel hochkrempeln und da tätig werden.
Autorin: Und wenn ihre Oma heute zu Ostern anriefe? Die Antwort auf die frohe Botschaft wäre eindeutig
O-Ton: 18:09 Er ist wahrhaftig auferstanden! Deshalb lasst uns hingehen und im Licht dieser Kraft des Auferstanden unsere Taten tun!
Woran Promis glauben: Präses Annette Kurschus
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