Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

01.04.12; Nicole Richter

Woran Promis glauben: Pe Werner

Musik : „Dieses Kribbeln im Bauch, das man nie mehr vergisst. Wie wenn man zu viel Brausestäbchen isst, dieses Kribbeln im Bauch, kennst du doch,

einfach überzusprudeln vor Glück…“

Autorin: Mit diesem Kribbeln im Bauch schaffte Pe Werner 1991 ihren Durchbruch: von der Kabarettistin und Kleinkünstlerin zur anerkannten Popsängerin. Der Weg dahin war nicht leicht, und vor allem war er alles andere als gradlinig. Trotz ihrer Liebe zum Theater entschied sie nach dem Abitur: , ich muss etwas Anständiges studieren. Nach drei Semestern Grafik Design war Schluss mit Anständig – sie brach das Studium ab und bewarb sich an mehreren Schauspielschulen. Ohne Erfolg. Doch Pe Werner wäre nicht sie selbst, wenn sie nicht schon damals immer wieder neue Ideen umgesetzt hätte. Sie begann damit, eigene Kabarettstücke und Lieder zu schreiben. Und sie eroberte die Bühne singend mit Kribbeln im Bauch.

O-Ton:  Ich glaube ich bin ein Stehauffrauchen.Ich habe mich schon sehr früh entschieden, dass ich erfolgreich sein will. Dass ich das nicht so machen will wie der Papa…

Autorin: Der Papa war gelernter Maurer und Bauunternehmer in Dresden, wagte auch viel in seinem Leben. Leider  oft ohne Glück. Sechs Konkurse, dreimal musste er sein Haus verkaufen – dann die Verzweiflung. Als Pe Werner 27 Jahre alt war, nahm er sich das Leben. Für die Familie war das ein Schock.  Dennoch:

O-Ton: Ich bin kein depressiver Mensch. Ich bin zwar melancholisch im besten Sinne, da entstehen auch schöne Lieder aus diesen Stimmungen heraus, aber ich bin von meiner Grundstruktur positiv, lebensbejahend.

Autorin: Auch wenn sie das Leben in besonderer Weise herausfordert: Pe Werners Glas ist immer halbvoll. Und für die sie Gott zutiefst dankbar ist.

O-Ton:  Ich weiß, …es gibt eine höhere Macht, die mich auch leitet, 14:40 …wenn ich, wie ich finde, einen sehr guten Einfall habe beim Schreiben, beim Texten, beim Komponieren, dann habe ich nicht das Gefühl, dass ich mir das jetzt ausgedacht habe, sondern dass es eine Kraft gibt, eine Macht, etwas, das  mir das eingibt, so merkwürdig wie das klingt.

Autorin:  Pe Werner erinnert sich gerne an den Religionsunterricht und die Angebote der Evangelischen Jugendarbeit in ihrer Heimat im Odenwald. Gut, ihr letzter Gottesdienstbesuch ist fünf Jahre her, aber ihr Draht nach oben besteht weiterhin:

O-Ton: Ich persönlich habe spirituelle göttliche Gefühle, wenn ich klassische Musik höre, so ein Stück wie Air von Bach, das ist für mich eine unmittelbare Verbindung zum Himmel. Da brauche ich keine Worte. Das ist so schön. Zum Weinen schön.

Autorin:  Das Stück „Air“ von Johann Sebastian Bach hat sie zu einer besonderen Komposition inspiriert, die sie „Tausendschön“ nennt.

Musik: Wirf Dein Silber über mich. Was wäre der Himmel ohne dich.

O-Ton: Es gibt in jedem Konzert den einen, magischen, spirituellen, vielleicht göttlichen Moment. Das sind in der Regel die Balladen, das sind die Momente, wo wir alle, das Publikum, die Musiker wie gleich schwingen. Man kann sich das nicht erklären, aber es ist da!

Musik: Tausendschön


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