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Auschwitz
Autor: Jeder fünfte junge Mensch bei uns hat noch nie davon gehört ...O-Ton: Es war auf jeden Fall lehrreich, ist ein Stück von unserer Geschichte,
auch wenn es schrecklich ist.
Autor: Laut einer Forsa-Umfrage von Anfang des Jahres wissen 21 Prozent der 18- bis 30-Jährigen nicht, was Auschwitz ist. Ein Konzentrations- und Vernichtungslager der Nazis. Auschwitz, der Inbegriff für die Ermordung von Millionen Menschen, vor allem von Juden.
Das gerät in Vergessenheit und damit auch die Erinnerung an diese menschliche Barbarei. Und das in einer Zeit, in der wieder auffällig häufig rechtsradikale und antisemtische Parolen auf Schulhöfen und Fußballplätzen erschallen. Und in der ich immer öfter höre, jetzt lass mal Geschichte endlich Geschichte sein. Es geht auch anders. Das sagen Schülerinnen und Schüler, die gerade auf Studienfahrt Auschwitz eine Woche lang besucht haben:
O-Ton: Alles, was wir jetzt erfahren haben, das haut einen vielleicht erst einmal um und man braucht jetzt ein bisschen Zeit, um das zu verarbeiten, aber ich denke, das Wichtigste ist, dass wir das alles weitergeben, was wir hier gelernt haben.
Autor: Das Gymnasium in Voerde am Niederrhein fährt fast jedes Jahr mit einer Schülergruppe nach Polen, nach Auschwitz und Birkenau. Erst vor Ort wird vielen deutlich, was die Nazis wirklich angerichtet haben. Und es wird klar, dass das mit Nichten eine längst abgeschlossene Geschichte ist.
O-Ton: Wer sich der Geschichte nicht erinnert, der muss die wieder durchleben. Und ich nehme für mich selbst mit, dass ich mich selbst und vielleicht auch später Kinder immer daran erinnern werde, was passiert ist, ich werd mit offeneren Augen durch die Welt gehen, versuchen, nicht naiv zu sein, und ja, vielleicht so meinen eigenen, kleinen Teil dazu beizutragen, dass sie so was nie wieder wiederholen kann.
Autor: Am eindrucksvollsten war für viele die Begegnung mit einem Zeitzeugen: einem Polen, heute 92 Jahre alt. Er hat Auschwitz wie durch ein Wunder überlebt. Anders als eine Million und 500.000 Menschen, die hier gefoltert, vergast und am Ende verbrannt wurden.
O-Ton: Also besonders bewegt hat mich seine individuelle Geschichte dazu. Man kann sich halt alles, was nachher geschrieben wurde aus dem Internet ziehen, aber so einen individuellen Teil, das hören nicht viele halt, und wir haben das Glück.
Autor: Heute gibt es immer weniger Menschen, die noch erzählen können, was damals wirklich geschehen ist. Die Jugendlichen, die sie erleben, können nicht verstehen, dass Leute heute behaupten, den Holocaust habe es gar nicht gegeben.
O-Ton: Ich finde, dass es sehr wertvoll ist, so ein Zeitzeugengespräch. Es ist was anderes, wenn man mit jemandem redet, der hautnah dabei war. Und ich glaube auch, dass es sehr schade ist, dass die Jahrgänge, die Generation nach uns nicht mehr diese Möglichkeit haben werden, und ich hoffe einfach, dass die Zeitzeugen an ihre Angehörigen, an ihre Familie, an ihre Kinder das alles weitertragen, damit zumindest sie auch noch solche Gespräche führen können.
Autor: Die jungen Menschen, die ich in Auschwitz getroffen habe, machen mir Mut. Diese Geschichte darf sich nicht, darf sich nie wiederholen. Das war ihre Bilanz. Wer Auschwitz besucht, wird wachsam, wenn Menschen auch heute wegen ihrer Religion, Hautfarbe, ihrer Herkunft angefeindet werden. Der bekommt ein neues Verständnis, was Zivilcourage bedeutet und Menschenwürde.
O-Ton: Das Wichtigste ist, dass wir das alles weitergeben, was wir hier gelernt haben.
Autor: Und dann, wenn kein Zeitzeuge mehr die Geschichte von Auschwitz erzählen kann, dann ist es eben auch meine Aufgabe, das zu tun. Die Schüler machen es vor.
Auschwitz
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