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Nichts kapiert
Sie kannten ihn am besten von allen, waren drei Jahre lang mit ihm unterwegs, Tag und Nacht zusammen, haben seine Reden gehört, seine Aktionen hautnah mitbekommen:
Die Freunde von Jesus. Die zwölf Jünger, wie sie in der Bibel beschrieben werden. Und trotzdem kapieren sie gefühlt als allerletzte, was an Ostern passiert ist. Und ich kann sie so gut verstehen.
In der Zeit vor Ostern da sagt ihnen Jesus mehrmals: Passt mal auf, ich werde bald getötet werden und nach drei Tagen wieder auferstehen. Das muss so passieren.
Einmal sagen sie gar nichts dazu. Sie haben sich nicht getraut, nachzufragen, denn sie haben es nicht verstanden und Angst bekommen. Absolut verständlich. Einmal anderes Mal steht da dreimal hintereinander: Sie begriffen es nicht, der Sinn der Rede blieb ihnen verborgen und sie verstanden es nicht. Dreimal haben sie mein absolutes Mitgefühl.
Und eine Reaktion auf die sogenannte Leidensankündigung von Jesus kam von Petrus, einem seiner engsten Freunde. Sinngemäß sagte er dazu: Das lässt du mal schön bleiben. Interessant find ich, dass der Petrus kurz vorher noch voller Überzeugung sagt: Du bist Gottes Sohn.
Das passt irgendwie nicht zusammen. Die Botschaft von Ostern: Einer stirbt, damit alle anderen leben. Auch heute, mit einer Jahrtausende alten Tradition im Rücken klingt die ganze Geschichte nicht gerade logischer, oder!? Und das bleibt bis heute eine Herausforderung: Was ist Ostern. Das immer wieder neu in seinem Leben zu verstehen.
Manchmal finde ich es völlig unlogisch finden, zerbreche mir den Kopf darüber und sage trotzdem: Jesus ist Gottes Sohn! Und deshalb feiere ich Ostern.
Daniel Schneider
Nichts kapiert
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