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Ruhe finden
Autor: Auch wenn der Stummfilm "The Artist" berechtigterweise fünf Oscars abgeräumt hat muss ich doch sagen: Ich bin sehr froh, dass der Tonfilm erfunden wurde.
Geräusche, Stimmen und Musik gehören nicht nur ins Radio und ins Kino, sondern erst recht ins tägliche Leben und erzeugen Gefühle und Erinnerungen .... Zum Beispiel dieses Geräusch hier
Atmo: Geräusch "Ein ganz leichter Wind"
Da muss ich sofort an einen Waldspaziergang denken, am frühen Morgen. Es riecht gut und frisch. Ein Moment zum Wohlfühlen. Im Gegensatz dazu:
Atmo: Geräusch "Donnergrollen und Blitze "
Autor: Ein ordentliches Gewitter. Würden Sie jetzt beide Geräusche zusammen hören, dann würden Blitz und Donner den leisen Wind übertönen. Laute Geräusche bekommen eher unsere Aufmerksamkeit. Klar. Dazu gibt`s eine interessante Geschichte aus der Bibel.
Der Prophet Elia hat eine ziemlich schwere Zeit hinter sich. Kurz zusammengefasst: Er ist von Gott beauftragt, dem König von Israel zu sagen, dass der ordentlich Mist gebaut hat und seine Frau, die Königin, ebenso. Das kommt nicht gut an. Jetzt befindet er sich in der Wüste auf der Flucht, fühlt sich von Gott allein gelassen und überhaupt: Gott soll doch mal ordentlich auf den Putz hauen und dem König zeigen, wer der Chef ist. Da bekommt er mitgeteilt: Pass auf, Gott persönlich, wird heute vorbei kommen und dir was sagen. Das ist ja wohl auch das Mindeste, was ich erwarten kann, nach allem was ich durchgemacht habe, wird sich Elia wohl gedacht haben. Und dann wartet er ... Auf einmal hört Elia einen starken Sturm
Atmo: Windbrausen
Autor: und denkt: Jawohl! Das ist Gott! So kenne ich ihn, dynamisch und voller Kraft! Aber, falscher Alarm, kein Gott. Wieder warten. Wenig später spürt Elia ein Erdbeben
Atmo: Erdbeben
Autor: und hört ein ohrenbetäubendes Dröhnen. Jetzt aber! ... Wieder nichts. Das gleiche Spiel wiederholt sich mit einem großen Feuer. Das ist ungewöhnlich, denn in der Bibel offenbart sich Gott oft mit genau solchen Begleiterscheinungen. Und dann hört Elia einen ganz leisen Wind und denkt sich: Das kann jawohl nicht sein, oder! Doch! Das ist er! Eine Stimme spricht: Was machst du hier, Elia?
Provokative Frage, aber wenigstens hat Elia jetzt mal die Gelegenheit, Gott seine Meinung zu sagen. Und das tut er auch. Und Gott hört zu. Ich finde diese Geschichte sehr beeindruckend, weil ich glaube, dass Gott heute auch oft in der Stille redet und zuhört. Und ich glaube, dass das uns Menschen gut tut. Auch wenn wir keine so extreme Geschichte wie Elia vorweisen können. Aber: Diese Ruhe entsteht nicht immer einfach so, manchmal muss man da etwas für tun. Vielleicht mal ohne iPod joggen und im Stadtpark der Schöpfung lauschen. Ein guter Tipp ist auch der Besuch von guten, alten, spiessigen Kirchengebäuden. Egal, ob kleine Autobahnkapellen, große Kathedralen oder stinknormale Dorfkirchen. Wenn sie hier bewusst ein paar ruhige Minuten verbringen, können sie mit Gott wunderbar reden: über die Stürme, Beben oder die leichten Brisen des Lebens.
Ruhe finden
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