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Zwischen Himmel und Erde
Liebe Hörerin, lieber Hörer, Wer die Erde nicht berührt, kann auch den Himmel nicht sehen, steht auf einer Postkarte, die bei mir zu Hause am Kühlschrank hängt.
Ein kleiner Engel ist darauf zu sehen. Er streckt sich aus einer Wolke der Erde entgegen und versucht, sie mit seinen Fingern zu berühren. Er träumt vom Himmel auf Erden. Und ich ich träume auch vom Himmel auf Erden. Aber aus der umgekehrten Perspektive. Ich träume von Weite und Unendlichkeit. Von Freiheit und Vergessen. Und verliere dabei die Bodenhaftung.
Ich denke: Da haben es die Astronauten gut. Mit ihren Raumfähren erforschen sie den Himmel. Messen Planeten und Lichtgeschwindigkeit. Zählen die Sterne am Himmelszelt. Unendlich viele. Unendlich weit entfernt. Schon immer gibt es diese Sehnsucht nach der Weite und Unendlichkeit des Himmels. In Gesprächen über den Tod erzählen Menschen immer wieder davon. Der Opa ist jetzt im Himmel sagt die Mutter. Und dabei ist es so schwierig, sich vorzustellen, dass jemand, der immer auf Erden gelebt hat, plötzlich ganz weit weg im Himmel sein soll.
So wie auch Jesus nach Ostern in Jerusalem. Er ist noch einmal mit seinen Jüngern zusammen:
Sprecher: Ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem, in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde. Und als er das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern.
Eine Geschichte, die das Geschehen zwischen Himmel und Erde wunderbar beschreibt. Da stehen die Jünger und schauen zum Himmel. Verstört und allein gelassen. Jesus hat sich verabschiedet, ist in den Himmel verschwunden. Er lässt sie auf Erden zurück. Und sie? Sie sollen jetzt Zeugnis ablegen; Glaube, Hoffnung und Liebe leben und den Weg gehen, den Jesus ihnen gezeigt hat. Den Himmel auf die Erde holen. Sie sollen erzählen, dass Gottes Macht stärker ist, als wir es auf Erden ermessen können. Eine Macht, die im Himmel nicht beweisbar, aber auf Erden erfahrbar ist.
Dich schickt der Himmel sagen Menschen, wenn andere für sie zum Engel werden. Zum Beispiel Lea, 13 Jahre. Sie schiebt den Rollstuhl von Frau Weber durch den Flur des Pflegeheims. Anderen Bewohnern schenkt sie Kaffee ein und hilft, wo sie kann. Ich bin hier, um für sie da zu sein, um für andere da zu sein, sagt sie. Sie macht das ehrenamtlich, in ihrer Freizeit. Und da ist Reinhardt, 24. Er studiert Nachrichtentechnik und engagiert sich in einem Projekt mit Hauptschülern. Betreut sie, spielt Fußball mit ihnen, lacht und tobt. Er will ihnen Zeit schenken. Von seinen Gaben geben. Ein Stück Himmel auf Erden leben. Wer die Erde nicht berührt, kann auch den Himmel nicht sehen, sagt mir mein Engel noch immer und lenkt meinen Blick von den Sternen zu dem, was um mich herum geschieht.
Und ich bin mir sicher; der Engel will mir auch einen kleinen kulinarischen Tipp geben: Himmel un Ääd ein typisch kölsches Gericht. Mit Äpfeln und Kartoffeln. Das was in den Himmel und unter der Erde wächst. Beides gehört zusammen. Das Wochenende steht vor der Tür, vielleicht Zeit für himmlische Stunden hier auf Erden.
Das wünscht Ihnen, Ihre Pfarrerin Christiane Neufang aus Köln.
Zwischen Himmel und Erde
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