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Das Akku aufladen oder: Auftanken bei Gott
Liebe Hörerin, lieber Hörer, Da hat es wieder gepiepst. Mein Handy. Das Signal dafür, dass der Akku wieder voll und aufgeladen ist und ich den Stecker ziehen kann.
Was wäre unser Alltag heute ohne Akkus. Täglich gehen wir damit um. Im Handy, Laptop, Auto, bei der Arbeit. Ein Akku ist ein Energiespeicher, der dazu bestimmt ist, in begrenztem Maß elektronischen Strom zu liefern. Wird er leer, muss er wieder aufgeladen werden.
Akku - Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet: Sammler. In diesem Sammler verharren chemische Elemente, die eigentlich in Spannung stehen, in Ruhe zu einander, bis eine Kraft von außen ihnen Energie zuführt. Lautlos nimmt der Akku diese Energie auf, bewahrt sie und gibt sie bei Bedarf wieder ab. Ein Akku funktioniert wie der menschliche Energiehaushalt. Durch Speise und Trank, Bewegung und Ruhe werden dem Körper Kraftstoffe zugeführt, damit er wieder leistungsfähig sein kann.
Sprecher: Da kommt eine Frau zu Jesus. Sie ist seit vielen Jahren sehr krank, sie leidet unter ständigem Blutfluss. Viele Ärzte hat sie schon aufgesucht, all ihren Besitz aufgewendet, aber es ist immer schlimmer geworden. Da hört sie, dass Jesus in die Stadt gekommen ist und mit ihm viel Volk. So mischt sie sich unter die Menge und berührt von hinten Jesu Gewand. Ich werde gesund, wenn ich nur sein Kleid anrühre, denkt sie. Und tatsächlich versiegt der Blutstrom und sie fühlt sich geheilt. Auf Jesu Frage, wer ihn berührt habe, antworten seine Jünger: das Volk. Jesus aber hat eine Kraft von sich weichen gespürt und fragt noch einmal. Da wirft sich die Frau zitternd vor ihm auf die Knie und erzählt ihm die ganze Wahrheit.
Eine Geschichte mitten aus dem Leben?! Da fühlen sich Menschen leer. Schon viele Jahre sind sie auf der Suche nach Glück, nach Heilung. Viel haben sie schon investiert: Geld, Zeit und Hoffnung. Aber sie wurden immer wieder enttäuscht. Ihr Akku ist leer, sie fühlen sich ausgebrannt, am Ende. Überfordert von den Anstrengungen des Alltags, beruflich oder privat.
Überlastet durch Arbeit und Familie belastet, weil sie keine Arbeit haben. Burn out. Und sie suchen nach Orten, an denen sie ihr Akku wieder aufladen können. Für manche heißt das Zauberwort: Wellness. Sich etwas Gutes tun für Körper und Seele.
Andere nehmen sich eine Auszeit, um aufzutanken, neue Kräfte zu sammeln, in Ruhe zu lesen, Sport zu treiben, zu entspannen, eine Kur zu machen. Wieder andere finden ihre Tankstelle in einer offenen Kirche, die sie einlädt, das hektische Treiben für ein paar Minuten zu unterbrechen. Viele Klöster bieten Oasen der Stille und des seelsorglichen Gespräches für Menschen an, die ausgebrannt sind oder sich einfach stärken wollen.
In der Geschichte von der Frau mit dem Blutfluss ist es eine Begegnung, die verändert. Die Frau wendet sich Jesus zu, weil sie spürt und hofft, dass eine Kraft von ihm ausgeht. Und das hat weitreichende Konsequenzen. Ihr Leiden ist nicht nur körperlich. Sie war aus der damaligen Gesellschaft ausgeschlossen, galt als unrein. Darum setzt sie alle Hoffnungen auf ihn, überschreitet alle gesellschaftlichen Konventionen. Im Glauben daran, dass diese Begegnung ihr neue Perspektive, neuen Glauben schenken kann. Begegnung kann verändern. Ein hilfreiches Gespräch. Gemeinsames Schweigen, lachen oder weinen. Ein zärtlicher Blick, ein Händedruck. Zusammen Essen und sich freuen. Kraftquellen im Kleinen. Sie brauchen nicht Stecker und Steckdose und ihr Akku läuft trotzdem nicht leer.
Ich wünsche Ihnen bereichernde Erlebnisse, Ihre Pfarrerin Christiane Neufang aus Köln.
Das Akku aufladen oder: Auftanken bei Gott
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