Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

07.03.12; Anne Rütten

Memento Mori

Eine Gruppe von alten Menschen bekommt anonyme Telefonanrufe. Immer die gleiche Nachricht: „Bedenke, dass du sterblich bist.“

So lautet auch der Titel des Buches, das ich gerade lese.  Die Geschichte ist schon ganz schön unheimlich, dabei war das Buch eigentlich gar nicht als Krimi ausgezeichnet. Zwei der Figuren im Buch nehmen sogar an,  dass der Tod selbst am Telefon ist.  Damit sie ihn bloss nicht vergessen. Wegdrängen, verbannen.

Mir geht das ähnlich.  Für gewöhnlich meide ich den Gedanken an den Tod und an meine Sterblichkeit.  Aber wenn  ich so mit der Nase drauf gestoßen werde, fällt mir auf, dass alles was ich jemals erreiche im Leben, am Ende wahrscheinlich nicht von allzu großer Bedeutung sein wird. Sterben müssen wir schließlich alle. Da macht es keinen Unterschied, ob ich Manager eines großen Konzerns war oder  nur  irgendwo gejobbt habe. Soll mich das jetzt entmutigen? Ich glaube nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Man soll sein Leben ganz bewusst leben und sich darüber im Klaren sein, dass es nicht unendlich so weiter geht. Das Buch sagt,  es sind nicht unbedingt die materiellen Dinge, die am Ende wichtig sind. Es geht darum,  ob wir glücklich mit unserem Leben waren.

Es gibt einfach ein paar Bereiche in unserem Leben, die wir nicht unter Kontrolle haben. Das muss uns aber keine Angst machen.  Alles, was mir nach dieser Erkenntnis übrig bleibt ist, mein Leben im Vertrauen auf Gott zu leben.  Und darauf zu vertrauen, dass alles auch am Ende gut ist.

Sprecherin: Alexa Christ

Audiobeitrag Memento Mori


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