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Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne
Liebe Hörerin, lieber Hörer! Aller Anfang ist schwer, sagt das Sprichwort. Aber: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, dichtete Hermann Hesse.
Wie haben Sie heute angefangen und Ihren Tag begonnen? Die neue Woche? Für manche ist aller Anfang schwer, für andere gehört immer wieder neu anzufangen zu ihrem Leben. Viele müssen sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen. Ein neues Projekt, ein neuer Job. Eine neue Stadt, eine neue Umgebung. Sie werden zu geübten Anfängern. Anderen fällt es da schwerer. Die Magisterarbeit liegt wie ein großer Brocken vor mir, erzählt Theresa. Sie studiert Kunstgeschichte. Ich schiebe das schon seit Wochen vor mir her. Eigentlich habe ich alles beisammen, auch das Thema ist formuliert aber ich traue mich einfach nicht, anzufangen. Der Erwartungsdruck ist hoch. Am Ende zählt der Erfolg. Heute soll am besten gleich alles aus dem Stand heraus gelingen. Die großen Unternehmen zeigen wie es geht. Zeit für Experimente bleibt da nicht. Scheitern und Neuanfang, Versuch und Irrtum haben keine Chance. Am Ende zählt eben nur der Erfolg. Ein Rezept gibt es nicht. Anzufangen erfordert Mut und Überwindung. Gutes Zureden und Geduld. Dass alles schon irgendwie werden wird. Schritt für Schritt. Ein erstes Wort, ein erster Satz. Ein freundliches Willkommen am neuen Arbeitsplatz. Und das Vertrauen, dass es am Ende gut wird. Sprecher: Und Gott sah, dass es gut war Autorin: so werden in der Erzählung von der Schöpfung aus dem 1. Buch Mose die Werke und Tage gepriesen. Als die Welt ihren Anfang nahm. Sprecher: Am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster über der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. Autorin: Wüst und leer auf Hebräisch heißt das: Tohuwabohu. Durcheinander würden wir das nennen. Wie wilde, unsortierte Gedanken auf dem Papier oder dem Chaos zwischen Umzugskisten auf dem Weg von einem Ort zum anderen. In der Geschichte von der Schöpfung meint wüst und leer aber etwas anderes. Gott schafft eine Welt aus dem Nichts. Gegenüber dem Wüsten, Leeren, Finsteren, der Tiefe und Urflut setzt er einen Neuanfang. Sprecher: Und Gott sprach: Es werde Licht, und es ward Licht. Autorin: Gott spricht und gibt damit Raum - dem Licht, der Ordnung und damit allem Leben. Finsternis, Chaos und Tod müssen weichen. Aus Chaos wird Ordnung. Die Schöpfungsgeschichte ist kein trockenes Protokoll der Anfänge. Sie lobt den Schöpfer und alles, was er geschaffen hat. Sie zeigt: Gott fängt immer wieder neu an. Jeden Schöpfungstag setzt er Neues in die Welt. Das stimmt mich ehrfürchtig und gelassen. Ich weiß: Der Anfang kann gelingen. Vor Gott und vor mir selbst. Auf dem Papier und in der neuen Stadt. Und auch wenn er misslingt, ich neue Anläufe brauche, manche Fehlversuche habe, dann kann ich mir gewiss sein: Am Ende gibt es die Chance auf einen Neuanfang, einen Weg aus dem Chaos und ängstlichen Gedanken. So wie Gott das Durcheinander ordnet, so kann er mir helfen, aus meinem Chaos und Zögern herauszukommen. Immer wieder.
So möchte ich Sie einladen, diese Woche zu beginnen. Im Vertrauen auf das, was neu entstehen kann. In der Hoffnung auf Anfänge, wenn alles am Ende scheint. Aller Anfang ist schwer. UND: jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Ich wünsche Ihnen einen guten Start in diese Woche, Ihre Pfarrerin Christiane Neufang aus Köln.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne
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