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Du sollst nicht lästern!
Die Zunge ist ein scharfes Schwert! Besonders dann, wenn Menschen sich beschimpfen und beleidigen. Böse Worte sind schnell ausgesprochen,
aber man kann sie nicht wieder zurücknehmen. Gesagt ist gesagt! Den wahren Schaden kann man anhand von wütenden Blicken, Tränen und gekrümmten Rücken nur erahnen.
Wie gut wäre es, wenn in der Presse, in Talkshows, in Büros und auch in der Kirche weniger getratscht und gelästert werden würde. Es gibt kaum etwas Fieseres, als wenn andere schlecht über einen reden. Darum lautet das neunte Gebot auch:
SprecherIn: Du sollst nichts Falsches über deinen Nächsten sagen!
Einige haben ein dickes Fell und können damit gut umgehen, nach dem Motto: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Andere sind etwas dünnhäutiger sie macht das Tuscheln am Arbeitsplatz oder im Bekanntenkreis krank. Mit falscher und böser Nachrede kann man andere richtig fertig machen. Aber so ein Mobbing ist oft schwer nachweisbar. Man darf ja wohl noch miteinander reden?! - ist die beliebte Ausrede. Ich denke: Jeder weiß, ob er gelästert oder freundlich über jemanden gesprochen hat. Es ist eine Sache, ob man seinem Ärger einmal im engen Kreis Luft macht oder ein Gerücht in die Welt setzt und Stimmung gegen jemanden macht.
In der Bibel werden diese Erfahrungen von Menschen sogar in den Psalmgebeten und Weisheitssprüchen beschrieben. Da heißt es zum Beispiel:
SprecherIn: Die Worte des Verleumders sind wie Leckerbissen und gehen einem glatt ein. Glatte Lippen und ein böses Herz sind wie Tongeschirr, mit Silberschaum überzogen. (Sprüche 27,21ff) Und: Eine lügenhafte Zunge bringt Herzeleid (Sprüche 15,4)
Einige Leute lästern absichtlich. Andere merken gar nicht, welchen Schaden sie verursachen. Oft geht es gar nicht um Großes, sondern ich gebe nur meinen Eindruck über eine Person weiter. Schnell ist man bei abfälligen Bemerkungen über Aussehen, Geruch oder Verhalten angekommen. Natürlich nur unter uns gesagt. Dabei ist richtig: Der erste Eindruck ist wichtig. Die reflexartige Beurteilung eines Menschen ist tief in uns verankert. Schließlich ist es wichtig, schnell zwischen Freund und Feind unterscheiden zu können. Aber nicht jeder, der mir missfällt, ist ein Feind!
Was ist meine Festlegung anderes als ein oberflächliches Vorurteil ohne den anderen wirklich zu kennen? Oft steckt hinter dem Lästern nur der eigene Neid oder die eigene Angst. Der andere muss noch gar nichts gemacht haben.
Ich kann nicht verhindern, dass ich negative Eindrücke über andere habe. Aber ich muss mein spontanes Vorurteil ja nicht sofort in die Welt hinausposaunen. Wie wäre es, der angeblich arroganten Mitarbeiterin, dem neuen Chef, dem anscheinend trotteligen Kollegen eine echte Chance einzuräumen? Denn wenn ich über andere lästere, sollte ich mich nicht wundern, wenn andere über mich auch lästern! Wir leben schließlich auch von der Gnade und Fürsprache anderer. Wie würde es mir gehen, wenn ich an der Stelle des anderen wäre?
Eine gute Hilfe gegen Klatsch und Tratsch sind für mich Die drei Siebe des Sokrates:
Bevor ich meine Meinung weitergebe und anderen Gehörtes weitererzähle, sollte ich den Inhalt meiner Rede sieben:
1. Habe ich überprüft, ob das, was ich weitersagen will, auch wirklich wahr ist und so stattgefunden hat? 2. Ist das, was ich weitersagen möchte, gut für andere? 3. Ist es notwendig, dass ich das weitersage? Denn wenn das, was ich weitersagen will weder wahr noch gut noch notwendig ist, so sollte ich mich und andere nicht damit belasten. Für meine Gespräche heute möchte ich mir vornehmen, wie es König David schon tat:
SprecherIn: Ich will mich hüten, dass ich nicht mit meiner Zunge sündige; ich will meinem Mund einen Zaum anlegen. (Psalm 39,2)
Ihr Pastor Sebastian Begaße aus Dortmund
Du sollst nicht lästern!
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