Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

22.02.12; Daniel Schneider

Aschermittwoch

Aschermittwoch ist ….. wenn Sie den Telefonhörer in die Hand nimmt, einmal tief durchatmet, die Nummer wählt und nach einigen Sekunden zu der Person am anderen Ende

der Leitung sagt: Du!? Es tut mir leid!

Aschermittwoch ist … wenn Er bis in die dritte Etage des Mehrfamilienhauses hochsteigt, die Klingel drückt, einmal tief durchatmet und zu der Person, die die Tür öffnet sagt: Du hattest Recht! Ich war ein Idiot!

Aschermittwoch ist … wenn Beiden klar wird, dass es so nicht weitergehen kann. Das sich etwas ändern muss. Und Sie beschließen: Wir müssen etwas ändern!

Aschermittwoch tut manchmal weh, kann peinlich werden, ist eine Befreiung und kann sehr heilsam sein.

Aschermittwoch bedeutet: In den Spiegel schauen, alle Masken ablegen und ehrlich zu sich selbst sein.

Aschermittwoch bedeutet: Nicht sofort weggucken, sondern diese Ehrlichkeit für einen Moment aushalten.

Und genau in diesem Moment möchte ich nicht alleine sein. In diesem Moment brauche ich jemanden, dem ich vertrauen kann. Jemanden, der diesen intimen, persönlichen und verletzlichen Moment nicht ausnutzt, verharmlost oder überspielt. Jemanden, der unter Masken schauen kann. Und dabei nicht erschrickt, sondern weiterliebt. So jemand ist Gott. 

Sprecher: Daniel Schneider

Audiobeitrag Aschermittwoch


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