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Die Kraft von Jesus
Liebe Hörerin, lieber Hörer!Wer ist schon gerne alt oder gebrechlich, schwach oder krank? Wir orientieren uns lieber an den Gesunden und Schönen,
an den Erfolgreichen und Mächtigen. Für manchen überraschend wendet sich Gott aber gerade an die Menschen, die am Ende sind; am Ende ihrer Kraft; am Ende mit ihren Versuchen, ihre Gesundheit in den Griff zu bekommen. Denen wendet sich Jesus liebevoll zu. Nicht die Sonnenseiten des Lebens will er aufhellen, sondern die Schattenseiten mittragen und erträglich machen.
Die Jahreslosung für 2012 spricht davon. Das ist ein biblisches Leitwort, dass sich die Kirchen in Deutschland für jedes Jahr aussuchen. Die Jahreslosung für dieses Jahr lautet (2. Kor. 12,9):
Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.
Der Apostel Paulus, der diesen Satz von Jesus in einem Brief an die Gemeinde in Korinth zitiert, hat Krankheit und Schwäche am eigenen Leibe erfahren. Wie gerne wäre er gesünder und kräftiger. Wie gerne würde er als ein strahlender Held, als eine Art "Arnold Schwarzenegger", den Rest der Welt von der Allmacht Gottes überzeugen. Sogar manche der jungen Christen in den neu entstehenden Gemeinden werfen ihm vor, dass er nur wenig Ausstrahlung und Vollmacht habe. Er sei ihnen zu dröge und kompliziert.
Als "schwach" empfinden auch heute manche die Ausstrahlung ihrer Kirchengemeinde und von "Gottes Bodenpersonal", der Pfarrerin oder dem Pfarrer. Und tatsächlich ist es ein wahres Wunder, dass es die Christenheit nach 2000jähriger Geschichte voller Irrtümer und Schwachheiten noch gibt.
Schon Paulus hat am eigenen Leib erfahren, dass Gottes Weg mitten in unsere Schwäche hineingeht. Er hat Jesus Christus vor Augen. Wie er Kranke heilte, sich um Menschen kümmerte, die der Rest der Gesellschaft gerne links liegen ließ. Der andere für die Menschenliebe seines himmlischen Vaters begeisterte. Und der dann doch gefoltert und verhöhnt wurde. Paulus hat diesen Jesus Christus vor Augen, der die Schwäche der Regierenden und des Volkes mit dem Tod büßen musste. Das Kreuz zeigt nicht die Schwachheit des Gottessohnes, sondern die Schwachheit der Menschen, die Jesus gekreuzigt haben. Die damaligen Schwarzeneggers hatten versagt. Im Politischen, im Persönlichen. Und Paulus muss feststellen: Obwohl er selbst Christ ist, ist auch er schwach und nicht perfekt. Kann sich von eigenen Fehlern nicht freisprechen. er ist nicht der charismatische Kirchenführer, der er gern wäre.
Manchmal wird abschätzig gesagt: "Diejenigen, die in die Kirche gehen, scheinen es ja besonders nötig zu haben." Ja, und? Sie wissen, dass alle Menschen es nötig haben, sich verzeihen zu lassen. Sich darauf zu besinnen, dass jeder Mensch Fehler hat. Dass wir im Blick auf Jesus täglich neu anfangen können. So kann die Kraft der Liebe Gottes in unser Leben hinein wirken. Jesus gibt uns Mut, immer wieder aufzustehen. Er stärkt uns den Rücken, mit einer Krankheit zu leben. Er hilft uns, mit unseren Grenzen umzugehen.
Am Ende
Ich will nicht schwach sein, nicht krank, nicht am Ende.
Doch das Leben spielt oft anders. Und gerade da ist Gott da.
Meine engen Grenzen werden Gottes Land. Er schreibt mit brüchigen Stiften unendlich schöne Geschichten. (Reinhard Ellsel)
Ein gesegnetes Wochenende wünscht Ihnen Pfarrer Reinhard Ellsel aus Lübbecke.
Die Kraft von Jesus
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