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Ist die echt? Frau in Uniform
O-Ton: Man wird sehr seltsam angeschaut. Von manchen hat man das Gefühl fast gerade raus feindlich.
Autorin: Anke aus Herford ist seit elf Jahren bei der Bundwehr und zum wiederholten Male auf dem Weg in den Einsatz nach in Afghanistan. Sie arbeitet als Ärztin in dem Militärcamp Marmal bei Mazar-i-Sharif.
O-Ton: Was man eigentlich gar nicht erlebt ist irgendwie positives Feedback. Also wenn man in Amerika am Flughafen steht und da fliegen Soldaten in Uniform ab, dann sind doch eine ganze Reihe, die hingehen und sagen: Jungs, viel Glück. Kommt heile wieder. Das habe ich noch nie erlebt in Deutschland.
Autorin: Eher das Gegenteil. Immer wieder erlebt sie eine Menge Unkenntnis. Als sie am Hamburger Flughafen eincheckt trägt sie ihre typische Flecktarnuniform. Wer die trägt, ist in der Regel auf dem Weg zu einem Auslandseinsatz. Das wissen aber anscheinend nicht viele in der Bundesrepublik:
O-Ton: Ich bin zivil von Hamburg nach Köln geflogen für den Einsatz. Und stehe am Check in Schalter. Und da fragt mich die Dame an der anderen Seite, guckt meine Uniform an und meint: Ist das echt? Und ich: Glauben Sie, ich fliege hier zu einer Karnevalsveranstaltung?
Autorin: Gar nicht lustig findet Anke es, wenn ihre männlichen Kollegen angepöbelt, beschimpft und sogar bespuckt werden. Die reden darüber nicht gerne, schon gar nicht öffentlich/vor dem Mikrophon und überlassen es ihr klar auszusprechen, was sie alle denken.
O-Ton: Wenn man krass gesagt sein Leben auch riskiert für die Bundesrepublik. Und dann das zuhause gar nicht so wahrgenommen wird. Und gar nicht das Gefühl hat, dass der Rückhalt da ist in der Bevölkerung. Das macht es nicht gerade einfacher, zu gehen.
Autorin: Was machen unsere Soldaten und Soldatinnen am Hindukusch? Das ist nach wie vor strittig. Die Politik hat den Abzug für 2014 geplant. Bis dahin werden alle vier Monate wieder neue Soldatinnen und Soldaten sowie Zivilisten in den Einsatz geschickt.
O-Ton: Ich meine: Das ist halt in Deutschland ein Politikum, was wir machen als Armee. Wenn die Politik entscheidet, dann ist das halt so. Das ist nicht meine persönliche Einstellung. Das ist mein Auftrag. Dann gehe ich halt.
Autorin: Dann geht Anke halt. Und wird Erkältungen und Mittelohrentzündungen behandeln. In der Regel. Die Regel sieht aber auch Schwerverletzte vor, denen ein Arm oder Bein amputiert werden muss. Und auch die, für die ihre medizinische Kunst nicht ausreichen wird.
Der Afghanistaneinsatz ist und bleibt für Soldatinnen und Soldaten und ihre Familien belastend und risikoreich. Und es ist mehr als zynisch, wenn manche an Stammtischen verbreiten, die gingen ja nur wegen der finanziellen Zulagen in den Einsatz. Jede und jeder von uns verantwortet schließlich auch das politische Mandat ihres Einsatzes.
Bereits 2010 hat Margot Käßmann, die ehemaligen Ratsvorsitzenden der EKD, geagt: Wir brauchen mehr Fantasie für den Frieden, für ganz andere Formen, Konflikte zu bewältigen.
Fantasie für Konfliktbewältigung ist das eine. Es fängt vielleicht schon damit an, dass wir trotz aller Kritik des Einsatzes Menschen in Uniform respektieren. Mit denen Frieden machen, die für uns in den Krieg ziehen.
Ist die echt? Frau in Uniform
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