Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

30.12.11; Jost Klausmeier-Saß

Umkehr

Sonja: Ich dachte, es würde ausreichen, wenn ich verschiedene Jobs annehme, wo ich 1000 oder 1200 Euro im Monat verdiene.

Weil ich dachte, es reicht, wenn ich nur Geld verdiene.

Sprecherin: Damals – vor ein paar Jahren – lockte nur das Geld. Für Sonja viel Geld.

Sonja: Ich habe promoted, gekellnert und halt alle, was so angefallen ist.

Sprecherin: Heute blickt Sonja zurück und sieht ihre Vergangenheit kritisch:

Sonja: Mein Fehler war, dass ich damals die Schule abgebrochen habe, vier Jahre nicht zur Schule gegangen bin , nur gearbeitet habe.

Sprecherin: Irgendwann hat das Geld für Sonja nicht mehr gereicht. Jedenfalls nicht zum glücklichen Leben.

Sonja: Ich wurde immer unzufriedener. Ich war nicht mehr so ausgeglichen.

Sprecherin:  Sonja begriff, dass „Genug-Geld-Haben“ allein nicht ausreich, um einem ein gutes Leben zu ermöglichen.

Sonja: Mir war nie so bewußt, wie wichtig es ist, etwas zu machen, was mich auch erfüllt.

Sprecherin: Sonja hatte den Mut umzukehren. Noch mal neu anzufangen. Bemühte sich, noch mal in einer Schule angenommen zu werden. Und mit neuer Motivation und neuer Einstellung wurde es für Sonja eine Erfolgsgeschichte:

Sonja: Jetzt gehe ich wieder zur Schule, habe eine zweite Chance bekommen, wurde angenommen und muss sagen: Ich habe nur Zweien und Einser auf meinem Halbjahreszeugnis.

Sprecherin: Und was das Geld angeht, zieht Sonja für sich eine klare Bilanz.

Sonja: Ich lebe zurzeit von 100 bis 200 Euro im Monat. Und ich bin mit diesen 100 bis 200 Euro glücklicher geworden, wie damals mit meinen 1500 Euro.

Sprecherin : Alexa Christ

Audiobeitrag Umkehr


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