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Morgengebet
Der christliche Glaube ist überall auf der Welt verbreitet. Missionare haben ihn in alle Erdteile gebracht.
Christen in aller Welt verstehen sich heute immer mehr als Partner, die von einander lernen. Pastorin Dorothea Philipps leitet einen solchen Partnerschaftkreis in Dortmund und pflegt auf diese Weise viele Kontake zu Menschen in Afrika. Bei einem Besuch in Kamerun hat sie erfahren, wie dort Christen ihren Glauben leben.
O-Ton: Es ist morgens im Bamlikee-Land, das ist ein Hochland in Kamerun, auch noch ziemlich kühl, wir sind da also in der Kälte in die kleine Kapelle gegangen, die die Familie auf ihrem Gelände gebaut hat und Da treffen sich jeden Morgen ungefähr 15 Leute, die zur Familie gehören, aber auch andere, zum Morgengebet.
Autor: Dorothea Philps hat in Afrika einen Brauch erlebt, wie es ihn in früheren Zeiten auch bei uns gab: eine gemeinsame Morgenandacht in der Familie. Jeder Tag beginnt für diese Menschen mit einem gemeinsamen Gebet, dazu wird gesungen und auch in der Bibel gelesen.
O-Ton: Man fängt mit einem Lied an, dann sind die Stimmen noch stehen alle auf, ganz leise, aber dann stehen schon mal alle auf, auch die Kinder sind dabei, fünfjährige, achtjährige
und dann begrüßen sie einander, sie gehen an allen vorbei mit dem Satz: Ich freue mich, dass ich Dich sehe!
Autor: Die Begrüßung wird zu einem kleinen Ritual. Das ist mehr als nur ein genuscheltes Guten Morgen!. Ich freue mich, dass ich Dich sehe!, das heißt auch: ich bin dankbar, dass Gott Dich geschaffen hat, dass ich mit Dir den Tag verbringen darf.
O-Ton: Der Vater sagt, wir haben eigentlich alle ja sehr viel zu tun, aber diese halbe Stunde jeden Morgen, die ist für uns der Angelpunkt des Familienlebens.
Autor: Was die Familie verbindet, ist auch die Beschäftigung mit Gottes Wort. Alle Familienmitglieder lesen in der Bibel und tragen etwas zum Verständnis der alten Texte bei. Jeder kann etwas für sich in der Bibel entdecken.
O-Ton: Die Kinder lesen ja jeder einen Vers, auch die kleineren, sechs und acht Jahre alt, sie lesen mühsam, mit dem Finger gehen sie am Text entlang, und haben dann auch die Gelegenheit zu sagen, was sie verstanden haben, oder auch was sie nicht verstanden haben.
Autor: Und die Kinder verstehen schnell, Sie bekommen keine fertigen Wahrheiten übergestülpt, sondern sie hören mit den gleichen neugierigen Ohren, wie die Menschen, die damals Jesus selbst zuhören konnten.
O-Ton: Heute zum Beispiel waren Texte zur Nächstenliebe dran, Daniel, der hat gesagt: Das verstehe ich jetzt, der Nächste kann auch ganz weit weg sein! Daniel ist ja gerade erst acht Jahre alt.
Autor: Möglich wird solches Verständnis, durch eine besondere Form, die Bibel zu lesen.
O-Ton: Das ist die Methode Bibel teilen, das heißt, dass jeder wirklich ein Stück dieses Textes liest und dann auch sagt, was er versteht oder auch nicht versteht, warum ihm das wichtig ist. Und auf diese Weise können tatsächlich auch schwierige Texte dann in einer Gruppe gemeinsam verstanden werden, oder eben auch als Frage mit einem gehen, den ganzen Tag über.
Autor: Die Kinder lernen früh, sich auszudrücken, und dass die Erwachsenen manchmal auch nicht alles verstehen. Und die Eltern hören auf die Kinder und ihre Gedanken. So wachsen Kinder auf natürliche Weise in den Glauben hinein.
Morgengebet
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