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Für mich ist gesorgt
Was bleibt am Ende von allen menschlichen Großtaten, liebe Hörerinnen und Hörer? Was bleibt von uns von unserem Aussehen und Ansehen,
von unserem Vermögen und unseren Begabungen, von unserem Denken, Reden und Tun im Angesicht unseres Todes und im Angesicht Gottes?
Ich bin ein Bettler, das ist wahr. -, hat der große Reformator Martin Luther am Ende seines Lebens gesagt. Und er war doch in Menschenaugen erfolgreich. Doch Luther sagt: Nichts von dem, was Menschen ersinnen und erschaffen, erhält am Ende durch unsere eigene Kraft Ewigkeitswert. Mit nichts von dem, was wir denken, sagen und tun, können wir Menschen uns Gottes Gnade und Liebe verdienen.
Darauf zielt das Losungswort der Herrnhuter Brüdergemeine für diesen Tag aus Psalm 40: Ich bin arm und elend; der Herr aber sorgt für mich. (Psalm 40,18)
Da betet einer, der zuerst eine ehrliche Bilanz zieht, der seine Möglichkeiten realistisch betrachtet: Aus eigener Kraft kann ich weder mich selbst noch die Welt retten. Ich kann mich noch so viel kümmern, die verwickelten und verwirrenden Verhältnisse meines Lebens kann ich nicht alle entwirren. Ich kann nicht alles regeln, was auf mich einstürzt oder die Bedingungen meines Lebens diktiert.
Dem folgt in dem Psalmgebet aber die aufrichtende und ermutigende Zusage: Es ist auch gar nicht notwendig, dass ich mich und die Welt rette. Ich muss darüber nicht verzweifeln, denn: Gott sorgt für mich. Darauf ist Verlass. Deshalb muss ich weder mich noch die Welt abschreiben.
Im Vertrauen auf Gottes Fürsorge konnten und können Menschen ihre Lebenszuversicht bewahren - ohne alles auf ihr eigenes Vermögen und ihre eigene Kraft zu setzen. Daran erinnert auch der Apostel Paulus im 2. Brief an die Korinther: In allem erweisen wir uns als Diener Gottes: als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts haben und doch alles haben. (2. Korinther 6,4.10)
Dienerinnen und Diener Gottes zu sein, das gibt unserem Leben den entscheidenden Ewigkeitswert. Im Dienst Gottes sind wir frei von lähmender Selbstverachtung und von zerstörerischer Selbstverherrlichung.
Nicht äußerer Reichtum und nicht äußerer Erfolg sind die Quellen unserer Kraft und Lebenszuversicht, sondern unsere Bindung an Gottes lebendiges Wort. In dieser Bindung gilt: Selbst äußere Armut ist für Christinnen und Christen kein Zeichen von Gottesferne. Auch als die Armen können sie schenken aus dem Reichtum ihres Glaubens, ihrer Liebe und ihrer Hoffnung.
Auch wer keine Schätze auf der Erde sammelt, kann viele Schätze im Himmel haben und reichlich aus ihnen verteilen!
Und das wünsche ich Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer: Die Freiheit der Kinder Gottes, sich nicht selbst den Himmel und die Ewigkeit verdienen zu müssen. Und die Gewissheit: Gott sorgt für mich, ich bin ein gesegneter Mensch.
Ihr Präses Nikolaus Schneider aus Düsseldorf.
Für mich ist gesorgt
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