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Ein fröhliches Herz
Wie ein tosendes Meer, liebe Hörerinnen und Hörer, so ist unser Leben manchmal. Wenn es so ist, dann brauchen wir einen Fels in der Brandung;
einen Fels, auf den wir uns stellen können. Damit die Wogen nicht über uns zusammenschlagen. Damit wir dem standhalten, was auf uns zukommt. Oder aushalten, was unvermeidlich ist. Dazu gibt es eine Empfehlung der Herrnhuter Brüdergemeine für diesen Tag aus den Psalmen der Bibel:
Auf den Herrn hofft mein Herz, und mir ist geholfen. Nun ist mein Herz fröhlich, und ich will ihm danken mit meinem Lied. (Psalm 28,7)
Mein Herz das ist nach biblischem Verständnis nicht nur Gefühl. Es ist das innere Zentrum meines Denkens, Fühlens und Glaubens. Mein Herz - das ist mein Erfahrungswissen, meine Vernunft und mein Empfinden. Wie gut, wenn unser Herz in stürmischen Zeiten auf Gott hoffen kann. Der Psalmbeter konnte es. Und es war offensichtlich keine vergebliche Hoffnung.
Er bekam Hilfe. Fröhlich kann er jetzt seinem Gott ein Danklied singen. Sein Dank ist mit unbändiger Freude verbunden. Nun ist mein Herz fröhlich, singt er. So wie meins, wenn ich an die Geburt meiner Enkelkinder zurückdenke. Ein fröhliches Herz haben - so wie es vielen Frauen geht, die schwanger sind und neues Leben in sich wachsen spüren. Sie fühlen unbeschreibliche Dankbarkeit und Freude. Ein Gefühl so groß, als ob die Welt stehen bleiben würde. So, als ob Gottes liebevolle Schöpfermacht und zugleich alles Glück der Erde sich auf uns, die wir uns freuen, konzentrieren würde!
So ähnlich muss es auch Maria ergangen sein. Sie erschrickt, als der Engel ihre Schwangerschaft ankündigt. Sie ist verstört und verwirrt. Sie fürchtet sich. Aber ihr Erschrecken verwandelt sich in große Freude, weil sie der Botschaft des Engels vertraut:
Gott selbst wird Mensch, in dem Menschenkind, das in Dir heranwächst. Ein unbegreifliches, großes Ereignis. Deshalb singt sie ihrem Gott ein Loblied in Dankbarkeit und Erfurcht: Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist. (Lukas 1,49) Großes geschieht an ihr und durch sie für alle Menschen. Darum wurde ihr Herz fröhlich. Die Geburt des Gottessohnes hat die Welt für die Menschen verändert.
Jesus Christus hat allen Menschen mit seinem Leben, Sterben und Auferstehen gezeigt: Gott lässt uns nicht allein mit dem Leid und dem Unrecht in der Welt. Gott ist für uns ein Fels in der Brandung, wenn das Leben uns als tosendes Meer erscheint. Unser Herz kann auf Gott hoffen, auch wenn uns der Boden unter unseren Füßen zu weg zu brechen droht. Wir können uns darauf verlassen, dass Gott zu uns Menschen steht selbst wenn der Tod nach uns greift und auch durch den Tod hindurch. Was immer geschieht und was immer geschehen mag:
Gott hilft den Menschen, die auf ihn hoffen. Das hat der Psalmist erfahren und besungen. Das hat Maria, die Mutter des Gottessohnes erfahren und besungen.Dass auch Sie und ich das heute erfahren und unser Herz darüber fröhlich wird - das wünsche ich uns für diesen Tag-
Ihr Nikolaus Schneider, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland aus Düsseldorf.
Ein fröhliches Herz
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