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Tiere essen
" Susi, Hast du gesehen, wieviele Würstchen das waren?" Ich dreh mich um und traue meinen Augen nicht. Neben mir parkt der Lieferwagen einer Fleischerei.
Ein Mann ist rausgesprungen und hechtet auf ein großes Bürogebäude los. Er hat es eilig. Er will die 100 Bratwürstchen, die in seinem Plastikbeutel sind, möglichst schnell loswerden.
Und das alles vor den Augen von Susi. "Hast du gesehen, Susi, wieviele Würstchen das waren?" Die Frau spricht nicht mit ihrem Kind, sondern mit ihrem Hund. Der kommt genau so wenig aus dem Staunen raus wie ich. Mit großen Augen schaut er den vielen Würstchen hinterher. Und ich staune darüber, wie liebevoll ein Mensch mit einem Tier umgehen kann.
Das ist ja nicht immer so. Besonders in den letzten Wochen eines Jahres. Da kommt die Martinsgans auf den Tisch. Heiligabend gibt es Bockwurst oder Zwiebelfleisch. Und an den beiden Weihnachtstagen kommt ein Braten auf den Tisch.
So gesehen hat es Susi richtig gut. Niemand kommt in Deutschland auf die Idee, einen Hund zu essen. Bratwürstchen aber schon. Ist doch komisch. Einige Tiere behandeln wir wie unsere besten Freunde. Und andere Tiere bringen wir um und essen sie auf.
Wer das genau so komisch findet, kann ja mitmachen und ein Zeichen setzen. Dafür muss man nicht gleich Vegetarier werden und komplett auf Fleisch verzichten. Aber einen Weihnachtstag ohne Fleisch, das wäre doch ein Anfang. Das ist nicht nur gut fürs Klima auf der Erde. Das ist auch gut für das Klima zwischen Mensch und Tier.
Sprecher: Daniel Schneider
Tiere essen
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