Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

13.12.11; Stefanie Schardien

In froher Erwartung

Es sieht aus, als hätte meine Freundin Nina eine Katze unter ihrem Pulli versteckt. Da wurschtelt es hin und her, senkt und hebt sich. Nina tätschelt ihren riesigen Bauch.

„Hey, Zwerg, gib mal wieder Ruhe – ich unterhalte mich gerade!“ Zwei Wochen noch. Dann soll ihr Baby geboren werden. Nina ist, wie meine Oma es noch nennt, „in froher Erwartung“. Klar, einerseits ist sie das tatsächlich. Froh, dass alles bisher glatt gelaufen ist, dass sie alles vorbereitet hat und vor allem: das winzige neue Leben dann live zu sehen. Andererseits: all die Zweifel und die Unsicherheit und die Angst. Wie das Kind so sein wird, was es von ihr fordert und wie sich ihr Leben verändern wird. Das hält sie nachts schon mal wach. 

In diesem Jahr ist für sie auch die Adventszeit ganz anders. Keine gelangweilte Wartezeit auf den Heiligen Abend ist, die einfach abgesessen wird. Nein, Nina erwartet da wirklich „jemanden“.

Und für mich ist das mit den beiden auch mal ganz neu:  Advent als Zeit der frohen Erwartung von jemandem: Zeit zur Vorbereitung, für aufgeregtes Kribbeln im Bauch und eben auch noch so manche Unsicherheit. Wie dieses „Jesus“kind so sein wird, was es von uns fordert und wie sich das Leben damit verändern wird.

Sprecherin: Alexa Christ

Audiobeitrag In froher Erwartung


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