Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

03.12.11; Stefanie Schardien

Doppelt, falsch und zu gefährlich

Januar 2011. Ich war die gefühlte Nummer 329 in der Schlange vor der Umtauschkasse im Spielzeugladen.

Gleich drei der von mir mit ach so viel Liebe ausgesuchten Geschenke brachte ich wieder zurück. Zur Strafe lagen die nun in einer hässlichen Plastiktüte ohne all die hübschen Verpackungen und Schleifen. Was hatte ich mich auf die Gesichter meiner Nichten und Neffen gefreut, wenn sie unter dem Weihnachtsbaum mit leuchtenden Augen ihre Geschenke in Empfang nehmen und mir dann vor Freude um den Hals fallen würden.

Pustekuchen. Zuerst sah man den Baum kaum vor Geschenkebergen und dann in kurzer Folge die drei persönlichen Tiefpunkte meines Heiligen Abends: Tina bekam den neuesten Band ihrer Lieblingsbuchreihe doppelt; der Baukasten für Luis war von der falschen Marke und das Auto für die kleine Mia war laut neuestem Ökotest zu gefährlich – meinten die Eltern.

Das soll mir nicht noch mal so gehen. Daher klebt nun ein kluger Spruch an meinem Kühlschrank: „Die Kunst des Schenkens liegt darin, einem Menschen etwas zu geben, was er sich nicht kaufen kann.“ Dieses Jahr  verschenke ich einfach mal Zeit: Nachmittage im Schwimmbad, Gruselvorlesestunden und persönlich gespielte Kaspervorstellungen. Die kann man problemlos doppelt bekommen, falsche Marken gibt es nicht… – und den Ökotest? Besteh ich damit locker. 
 
Sprecherin: Alexa Christ

Audiobeitrag Doppelt, falsch und zu gefährlich


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