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Und unsern kranken Nachbarn auch
Schon wieder müssen wir mehr für unsere Krankenversicherung zahlen. Auch wenn es sich nur um ein paar Euro handelt: manchen fehlen die.
Vor kurzem hat die Evangelische Kirche in Deutschland darum eine neue Denkschrift zur Gesundheitspolitik veröffentlicht. Und unsern kranken Nachbarn auch heißt sie, wie die letzte Zeile aus dem Lied Der Mond ist aufgegangen.
Oton Dabrock: Wir haben den Titel ausgewählt, weil er daran erinnert, den Nächsten und nicht nur sich selbst im Blick zu haben. Solidarität und Mitmenschlichkeit das sind für Christen zentrale Werte, die in der Gesundheitspolitik heute oft vernachlässigt werden.
Sprecherin: So Peter Dabrock, Professor für evangelische Ethik und maßgeblicher Mitverfasser der Stellungnahme. Einfach beim Alten könne im Gesundheitswesen aber trotzdem nichts bleiben:
Oton Dabrock: Die Herausforderungen sind riesig: die Ausgaben für Gesundheit steigen, wir benötigen viel Geld für die Pflege beispielsweise. Aber: man kann kreativ mit dieser Krise umgehen: investiert man z.B. mehr in die Vorsorge von Krankheiten, muss man weniger für Behandlungen ausgeben.
Sprecherin: Den Ruf nach Eigenverantwortung für die Gesundheit findet Peter Dabrock nicht grundsätzlich falsch.
Oton Dabrock: Ja nur darf man die Menschen, gerade die Benachteiligten, nicht überfordern: Das heißt: damit jemand für sich selbst sorgen kann, muss man ihn erst einmal dazu befähigen und das nach seinen Möglichkeiten, die er hat! Wenn wir solche Dinge in der Gesundheitspolitik berücksichtigen, dann lässt uns Gott hoffentlich ruhig schlafen, und vor allem unsern kranken Nachbarn auch.
Sprecherin: Alexa Christ
Und unsern kranken Nachbarn auch
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