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Marco und die Bergpredigt
Autorin: Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer! Die kleine Schubkarre hat schon eine Stunde lang herumgestanden, ohne die geringste Aufmerksamkeit zu erregen.
Aber jetzt sehe ich, dass mein Sohn Marco zweieinhalb Jahre alt und unser Nachbarsjunge Vadim - vier Jahre alt mit gleicher Begeisterung auf die Schubkarre zulaufen. Kaum angekommen beginnt das Gerangel um das heißbegehrte Stück. Es ist, wie schon so oft beobachtet - sei es im heimischen Garten oder in der Kindertagesstätte: was der eine hat, das muss der andere auch unbedingt haben. Lass sie erst mal machen, denke ich und widme mich wieder meiner Predigt, die ich am Sonntag halten will. Grundlage ist eine Stelle aus der Bergpredigt, die Jesus einmal gehalten hat:
Sprecher: Wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dann biete die andere auch dar. Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. Und wenn dich jemand nötigt eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei. Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir borgen will.
Autorin: Das Geschrei im Garten wird lauter ich werfe einen Blick aus dem Fenster. Die beiden kleinen Jungen haben den Kampf um die Schubkarre noch nicht aufgegeben. Sie schreien sich an und schubsen sich weg. Wenn jemand dir deinen Rock nehmen will, dem lass auch den Mantel. Wenn das immer so einfach in die Tat umzusetzen wäre. Aber Jesus hat mit diesen Forderungen konsequent den Weg des Friedens beschritten. Wenn unsere Motivation nur das Vergelten wäre, das Rechten um den eigenen Vorteil, dann hätten wir nie ein Chance, in Frieden zu leben sowohl persönlich als auch global gesehen. Wir erleben das tagtäglich im Großen wie im Kleinen: Gewalt führt zu Gegengewalt, ein Anschlag zieht einen Vergeltungsschlag nach sich.
Es muss - wie Jesus - Menschen geben, die ihr Recht nicht durchsetzen wollen, nicht um jeden Preis Gewinner sein wollen, die ihre Überlegenheit und Stärke nicht für den eigenen Vorteil einsetzen. Damit die Spirale der Vergeltung und der Gewalt gestoppt werden kann. Und genau in dieser vermeintlichen Schwäche liegt die eigentliche Stärke. Nicht auf das eigene Recht pochen, nicht immer das letzte Wort haben müssen das alles dient dem Frieden. Wer keine Vergeltung übt, ist nicht schwach. Im Gegenteil: er ermöglicht dadurch Schritte auf dem Weg zum Frieden. Das ist Ausdruck einer inneren Stärke, die sich nicht durch Kriegsgerassel beweisen muss eine Stärke und ein Bewusstsein, das weiß: allein Frieden ermöglicht ein menschenwürdiges gutes Miteinander.
Ich stutze aus dem Garten ist kein Geschrei mehr zu hören. Verwundert sehe ich auf die beiden Kinder. An beiden Griffen der Schubkarre steht jeweils ein kleiner Junge und gemeinsam schieben sie die Schubkarre zum Sandkasten. Die ersten kleinen Schritte auf dem Weg des Friedens sind gemacht
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Gott befohlen! Ihre Johanna Krumbach aus Augustdorf
Marco und die Bergpredigt
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