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Pflegefamilien
Autorin: 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland wachsen in sozial schwierigen Verhältnissen auf.
Für viele ist der Verbleib in ihren Familien sogar lebensgefährlich. Die Herausnahme oft notwendig, damit die Kinder überleben. Gesucht werden deshalb Pflegefamilien. Familien oder auch Paare, die bereit sind, ein fremdes Kind bei sich aufzunehmen. Die Motivation so etwas zu tun ist sehr unterschiedlich. Bärbel Hoffmann, Geschäftsführerin der ev. Kinder-Jugend-und Familienhilfe Wuppertal:
O-Ton: Dass kann zum einen der Grund sein, dass eine Familie die Erfahrung gemacht hat, dass sie es gut hin bekommt Kinder zu erziehen und sich auch zutraut einem fremden Kind ein zu Hause anzubieten. Es können auch finanzielle Gründe sein, dass ´ne Familie die Aufwandsentschädigung gerne nutzen möchte.
Autorin: Oder aber ein unerfüllter Kinderwunsch. Die Gründe sind ganz unterschiedlich:
O-Ton: Die sind aus meiner Sicht auch erst einmal alle o-k. Wichtig ist aber, dass die Betroffenen sich sehr gut darüber klar sind, warum sie ein fremdes Kind in ihren Haushalt aufnehmen wollen.
Autorin: Nicht immer ist bei der Aufnahme eines Pflegekindes geklärt, wie lange es bleiben wird. Ob nur vorübergehend oder für immer. Je nachdem, ob sich die Verhältnisse in der Herkunftsfamilie ändern.
O-Ton: Es kann durchaus sein, dass das Kind , das ich jetzt gerade aufgenommen habe und mit dem ich mir vorstellen kann eine längere Zeit zusammen zu wohnen auch wieder in die Herkunftsfamilie zurückgeführt wird.
Autorin: Schwierig ist sicherlich auch, sich als Pflegeeltern immer wieder klar zu machen:
O-Ton: Es ist nicht mein eigenes Kind. Im Leben dieses Kindes spielt auch immer noch die Herkunftsfamilie in der Regel ein ganz wichtige Rolle und ich muss in der Lage sein konstruktiv mit dieser Herkunftsfamilie zusammenzuarbeiten.
Autorin: Das ist sehr wichtig. Das Pflegeeltern und leibliche Eltern nicht miteinander konkurrieren, und möglicherweise das Kind in einen Loyalitätskonflikt bringen. Nur bei einem guten MIteinander trotz der manchmal sehr schwierigen Beziehungen - ist gesichert,
O-Ton: dass das Kind sich mit der Situation nicht in der eigenen Familie aufwachsen zu können, aussöhnen kann. Das ist ein wichtiger Schritt für eine gute Entwicklung eines jungen Menschen.
Autorin: Bei Fragen und Problemen werden die Pflegefamilien von Fachdiensten begleitet. Aus ihrer langjährigen Berufserfahrung weiß Bärbel Hoffmann:
O-Ton: Es ist eine wunderbare Aufgabe. Aber es sollte jetzt nicht die Erwartung sein: Ich nehme ein Kind auf, weil ich dann einen Menschen habe, der mir immer und ewig dankbar sein wird. Das ist wie bei eigenen Kindern ganz unterschiedlich.
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