Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

22.10.11; Jönk Schnitzius

Spielen um Glück

Eine halbe Millionen Männer in Deutschland sind drauf.Auf dem Glücksspieltrip. Drei bis vier Millionen sind stark gefährdet. Jeder fünfte hat fast 20.000 Euro Schulden.

Süchtige Spieler sind in der Regel berufstätig – noch.  Sie riskieren viel, meistens alles.

Das ihnen keiner mehr was glaubt, weil sie ständig lügen müssen. Wo denn das ganze Geld geblieben ist, wo sie waren, worauf man sich bei ihnen noch verlassen könne.

Die Sucht an den Automaten zu gehen, in die Spielhalle, sie fordert alles. Das ganze Geld, die ganze Aufmerksamkeit, das ganze Denken. Das Leben hat nur noch eine Hoffnung: beim nächsten Mal, beim nächsten Ratern der bunten Zahlen im Automaten, da kommt das ganz große Geld, das ganz große Glück. Beim nächsten Mal. Das Problem ist nur: selbst wenn der Gewinn kommt: sofort meldet sich die Sucht wieder: beim nächsten Mal wird es noch besser.

Wird es natürlich nicht. Von alleine wird da in der Regel gar nichts besser. Von allein führt der Weg in der Verschuldung, in die Arbeitslosigkeit, in die Einsamkeit, und manchmal führt es in die Kriminalität und ins Gefängnis.

Die gute Nachricht ist: es gibt Hilfe, die hilft. Sieben von zehn Spielern die eine ambulante Therapie machen, sind nach einem Jahr spielfrei. Die Diakonie bietet diese Hilfe an, - weil es für Gott keine hoffnungslosen Fälle gibt. Ein sehr konkretes Glück.

Sprecher: Daniel Schneider

Audiobeitrag Spielen um Glück


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