Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

19.10.11; Jönk Schnitzius

Mehr statt immer mehr

Klar: Mehr ist in der Regel schöner: mehr Geld, mehr Urlaub, mehr Spass, mehr Einfluss, mehr Unabhängigkeit – oder? Höher, schneller, weiter. Darum geht’s.

Und das ist ja auch gut so. Niemand hat gesagt, Éntwicklung wäre schlecht.

Die Bibel auch nicht. Im Gegenteil. Nutzen sollen wir unsere Möglichkeiten, unser Leben gestalten und genießen. Nur: zusammen sollen wir das tun. Jeder und jede für sich, aber eben nicht nur für sich. Mit anderen Worten: niemand lebt auf diesem Planeten ja nur für sich allein. Immer hat alles was ich tue nicht  nur Folgen für mich, sondern auch für andere. Und darüber lohnt es sich nachzudenken. Zum Beispiel:

Will ich mehr Geld, dann muß ich mehr arbeiten, dann kann ich mir mehr leisten.  Arbeite ich mehr, habe ich weniger freie Zeit, sehe meine Familie weniger, kann weniger mit Freunden machen.

Lohnt sich das? Für mehr Arbeit gibt es ja nicht nur mehr Geld, sondern meistens auch mehr Anerkennung und mehr Einfluss? Dann bin vielleicht besser drauf – und das ist in der Regel auch für meine Familie und Freunde gut.

Also? Nicht so einfach. Keine Patenantworten. Die Frage zählt: Ist immer mehr arbeiten, besitzen, tun auch wirklich mehr leben?

Sprecher: Daniel Schneider

Audiobeitrag Mehr statt immer mehr


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