Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

17.10.11; Jönk Schnitzius

Erweitere die Möglichkeiten

Es gibt bestimmte Wörter, die höre ich immer öfter.Immer, wenn der Druck steigt.In Krisen.

Der Finanzkrise zum Beispiel oder anderen dramatischen Ereignissen, die viele Menschen betreffen. Dann höre ich immer: es ist alternativlos. Es sei alternativ los jetzt dieses oder jenes zu tun. Klar: im richtigen Leben gibt es Dinge, die sind auch für mich alternativlos. Z.B. essen, schlafen, mit jemanden reden.

Aber sonst? Manchmal fühle ich so, als seien Entscheidungen alternativlos, z.B. in dieser Liebeskrise geht nur noch Trennung oder bei dem Stress auf der Arbeit geht nur noch Kündigung oder bei dieser Beleidigung muss ich zuschlagen und, und, und. Nur noch eine Lösung scheint möglich, alternativlos eben.

Aber ist es das wirklich? Was, wenn ich das mit der evangelischen Freiheit ernst nehme, durchatme und erst einmal nicht handle. Und mich dann frage: Was könnte ich tun um die Möglichkeiten zu erweitern? Manchmal bedeutet das einfach nur: nochmal Luftholen und noch nicht handeln, manchmal: einfach noch eine Nacht drüber zu schlafen, meistens heißt das doch: noch mal zu reden. Über sich und mit den anderen. Das allerdings ist eine echte Alternative.

Sprecher: Daniel Schneider

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