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Friede zwischen den Völkern
Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer! Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein! Wir schreiben das Jahr 1948,
als Vertreter von 147 christlichen Kirchen bei der Gründungsversammlung des Weltkirchenrates dieses Bekenntnis aussprechen. Der Zweite Weltkrieg ist seit drei Jahren vorüber, und seine schrecklichen Folgen werden noch Jahrzehnte zu spüren sein. Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein! Eigentlich hätten Christen solche deutlichen Worte schon viel eher finden können und müssen. Die Bibel, auf die wir uns in unserem Leben und Glauben beziehen, ist doch in der Frage von Krieg und Frieden sehr klar. Jesus etwa beglückwünscht in seiner Bergpredigt diejenigen, die Frieden stiften und nennt sie Gottes Kinder.
Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein! Davon sind auch die Menschen überzeugt, die sich im Mai auf Jamaika zu einer großen Friedenskonferenz trafen. Einer der Referenten, Paul Oestreicher hat mich besonders beeindruckt. Paul Oestreicher musste mit seiner Familie vor den Nationalsozialisten aus Deutschland fliehen. Wohl auch deshalb hat er als konsequenter Pazifist sein ganzes weiteres Leben in den Dienst des Friedens gestellt. Besonders bewegt hat mich die unerschütterliche Hoffnung, die diesen Menschen erfüllt. In seinem Referat hörte sich das so an:
Sprecher: Die Abschaffung des Krieges ist möglich. Sie ist genau so möglich wie die Abschaffung der Sklaverei. Die Sklaverei war damals
unabdingbar für das wirtschaftliche Überleben jeder Gesellschaft. Die Kirchen unterstützten die Sklaverei ohne Wenn und Aber. (
) Die Sklaverei wurde für rechtswidrig erklärt und fand immer weniger Anhänger. Genau dieses Schicksal muss der Krieg erleiden.
Wie gesagt: Paul Oestreicher hat mich in seiner Konsequenz außerordentlich beeindruckt. Trotzdem teile ich seinen konsequenten Pazifismus nicht in jeder Hinsicht. Es geschieht ja immer wieder, dass Menschen anderen Menschen Gewalt antun. Immer wieder kommt es zu massiven Menschenrechtsverletzungen und zu Völkermord. Solcher Völkermord geschah in deutschem Namen im vergangenen Jahrhundert und geschieht heute in anderen Regionen dieser Welt. Dürfen Christen davor die Augen verschließen? Müssen sie nicht den Bedrängten und Gequälten zur Hilfe eilen?
Müssen sie nicht notfalls auch Gewalt androhen und ausüben, um dem Foltern und Morden ein Ende zu bereiten? Sie merken schon: Anders als Oestreicher bejahe ich diese Fragen. Deshalb finde ich es richtig, dass unser Parlament notfalls wohlgemerkt: notfalls auch Soldaten der Bundeswehr in Krisengebiete entsendet und dass Soldatinnen und Soldaten bereit sind, diesen riskanten Dienst zu tun.
Riskant ist der Dienst einer Soldatin und eines Soldaten nicht nur für Leib und Leben sondern auch für die Seele: Denn ein Soldat, der Christ ist, weiß: Gott hat mir verboten, einen anderen Menschen zu töten. Doch nun übertrete ich dieses Gebot. Gewiss, das geschieht um weiteres Töten zu verhindern. Aber entspricht, was ich hier tue, dem Willen Gottes? Das ist wahrhaftig ein Dilemma, an dem die Seele Schaden nehmen kann. Deshalb brauchen unsere Soldatinnen und Soldaten unser Gebet besonders dringend. Beten wir darum, dass ihre Seelen bewahrt bleiben. Beten wir aber vor allem darum, dass ihr Tun und Entscheiden dem Frieden dient, denn: Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein!
Dass alle, die in den Krisengebieten dieser Welt für den Frieden arbeiten wohlbehalten zurückkehren, das wünscht Pfarrer Martin Dutzmann, Landessuperintendent in Detmold.
Friede zwischen den Völkern
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