Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

05.10.11; Stephan Kiepe-Fahrenholz

Es darf Spaß machen

Am letzten Wochenende ging’s in der Duisburger Innenstadt hoch her. Mitten in der City, umgeben von der Automesse „Lack und Chrom“, führte der Comedian Wolfgang Trepper

durch ein buntes Programm mit Flamenco, Kabarett und Musik. Und als Höhepunkt sprang ein Fallschirmspringer zielgenau mitten vor dem Stadttheater ab.

Direkt neben der Bühne fand sich ein Infostand. „Ich will arbeiten“, verkündete das Trans-parent. Eine Aktion der Evangelischen Kirche und ihrer Diakonie. Die Kampagne läuft schon seit einem halben Jahr. Die Betreiber wollen damit auf die schwere Lage der 30.000 Dauer-arbeitslosen in der vom Strukturwandel geprägten Stadt aufmerksam machen.

Wer näher hinsah, konnte feststellen, dass sich die Kampagne nicht etwa heimlich an das Bühnenprogramm drangehängt hatte. Im Gegenteil. Die Aktion „Ich will arbeiten“ war der Veranstalter der bunten Kirmes mit Tanz, Musik und Fallschirmsprung.

Eine gute Idee, finde ich. Man hat damit bestimmt mehr Leute erreicht, als wenn jemand eine flammende Rede gehalten hätte. Gerade die Kirche, die oft ernste Themen ansprechen muss, darf sich ruhig daran erinnern, wie wichtig es ist, dass Menschen trotz allem und in allem mit-einander Spaß haben. Das ist nichts Verwerfliches. Und das passt durchaus auch zu den ernsten Themen. Jedenfalls besser als erhobene Zeigefinger. Von denen gibt’s nämlich immer noch so viele, dass sowieso keiner mehr hinguckt, wenn sie geschwungen werden.

Sprecherin: Alexa Christ

Audiobeitrag Es darf Spaß machen


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