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Träume
Guten Morgen liebe Hörerinnen und Hörer.Als ich klein war, beteten wir zu Hause regelmäßig vor dem Essen.
Mein Bruder hatte dabei manchmal schon die Gabel zwischen den brav gefalteten Händen. Nicht dass wir damals hätten hungern müssen. Aber das war von Vorteil, seinen Teller schnell leer zu essen. Da konnte man früher als die anderen an einen Nachschlag kommen. Meine Eltern nahmen das mit Humor.
Einmal erzählte uns unser Vater von den Hungerjahren nach dem Kriege. Nicht mit mahnend erhobenem Zeigefinger, um uns etwa zum Verzehr des ungeliebten Spinats zu ermuntern. Er tat das eher zurückhaltend. Er hatte damals von einem harten Kanten Brot geträumt, einem Knäppchen, wie man in unserer Wuppertaler Heimat sagt. Er träumte von einem harten Knäppchen ganz für sich alleine. Das hat mich damals sehr beeindruckt. Ich hab ihn ganz scheu gefragt, warum er denn nicht von einem ganzen frischen Brot geträumt habe, oder gleich einer Sahnetorte? Davon habe ich damals nicht einmal zu träumen gewagt sagte mein Vater.
Damals habe ich zum ersten Mal über Träume nachgedacht. Natürlich ohne erhellende Ergebnisse. Ich konnte mich aber auch damals schon an einige Träume erinnern, die ich als noch kleineres Kind geträumt hatte. Und an die ich mich bis heute lebhaft erinnere. Später in der Pubertät wusste ich manchmal nicht genau, ob ich etwas wirklich erlebt hatte, oder nur geträumt. Dann war mein Interesse an diesem Thema verflogen. Bis mir ein Studienkollege mal sagte: Wenn es Gott gefallen hat zu Abraham, zu Jakob, Josef, Mose, Josef, dem Mann der Maria, zu Paulus und ungezählten anderen im Traum zu reden: Wer bin dann ich, dass ich mich diesem Reden verschließen dürfte?
So hatte ich das noch nicht gesehen. Und tatsächlich: Man kann Erstaunliches beobachten, wenn man sich etwa einmal die Träume Josefs ansieht, des Lieblingssohns des Stammvaters Jakob. Dieser wohl berühmteste Träumer der Bibel träumt in Bildern, die ich auf Anhieb verstehe. Und dass, obwohl mich tausende von Jahren, tausende Kilometer und etliche Kulturstufen von dem Manne trennen. Ich kenne auch den Effekt, dass man selbst erst dann seinen Traum versteht, wenn man davon erzählt, wenn er zur Sprache kommt. Und ich erlebe, dass dann ungewöhnlich starke Reaktionen zu befürchten sind, wenn man seine Träume kundtut. Aber irgendwelche Visionen habe ich nie gehabt und ich kann auch nicht sagen, dass Gott in einem Traum zu mir geredet hätte. Ich bin da auch eher skeptisch geblieben. Aber mir ist recht häufig passiert, dass mir im Traum Dinge über mich klargeworden sind, die im Wachen nicht wahrhaben wollte. Das allerdings erfahre ich sehr wohl als von Gott kommend. Nicht als konkrete Rede, aber als sehr hilfreiche Hinweise und Hilfen, die ich dankbar aus Gottes Hand nehmen kann.
Einen traumhaften Tag wünscht Ihnen Ihr Pastor Wolfram Krebs aus Moormerland/Veenhusen.
Träume
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