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Stiller Feiertag
Der Herbst ist gefühlt ja schon seit Wochen da. Aber worauf ich mich trotzdem freue sind die vielen Feiertage: Allerheiligen, der Totensonntag, der Volkstrauertag.
Was einem der Kalender nicht verrät: Es sind nicht nur irgendwelche Feiertage, sondern so genannte Stille Feiertage.
Stille Feiertage sind besondere Kirchenfeste, die aufgrund ihrer Bedeutung einen größeren Schutz genießen, als etwa Neujahr oder der 2. Weihnachtstag. Doch das gerät zunehmend in Vergessenheit. Und deshalb wird auch seit langem diskutiert, ob man den besonderen Schutz dieser Feiertage aufheben sollte. Wenn es dazu käme, könnten zum Beispiel am Totensonntag große Dorffeste stattfinden, mit allem, was dazugehört: Bierzelte, Volksmusik spielende Blaskapellen und miese Kirmesattraktionen, aus deren Lautsprechern Kindertechno dröhnt.
Für mich ist das eine grausige Vorstellung! Es ist doch so: Den Sinn eines Feiertags kann man ignorieren, ohne damit jemanden zu beleidigen. Wer etwa am Totensonntag seinen Geburtstag feiern will, kann die Musik etwas leiser drehen, und alles ist in Ordnung. Umgekehrt ist das nicht so leicht: Wie kann ich etwa am Totensonntag meinen Verstorbenen gedenken, wenn gerade irgendein DJ im örtlichen Bierzelt die ganze Nachbarschaft gratis mitbeschallt?
So veraltet die Idee stiller Feiertage auch auf manche wirkt.. In Wahrheit mahnen sie doch nur zu etwas mehr Respekt vor unseren christlichen Wurzeln und vor Respekt vor unserm Bedürfnis nach geschützten Zeiten der Stille.
Sprecher: Daniel Schneider
Stiller Feiertag
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