Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

23.09.11, Christina Ossenberg-Gentemann

Gegenwärtig sein

Gestern im Stau fuhr jemand vor mir, der hatte einen Aufkleber auf dem Autoheck: Gegenwärtig sein.Ich war echt belustigt. Gegenwärtig sein. Das ist ja so gar nicht meins.

Ich habe nicht weiter darüber nachgedacht, weil ich mich beeilen musste. Ich kam gerade noch auf den letzten Drücker zum Job, nahm zwei Stufen aufeinmal, Da rief mein Freund Niko an: „Hast Du einen Moment, können wir reden?“ Er hatte Stress mit seiner Freundin.  Ich wiegelte ab: „DU gerade ist es echt schlecht. Lass uns heute abend reden. Ich rufe dich an.“

Der Tag war voll: viele Gespräche, viele Termine und wieder ein Megastau im Feierabendverkehr. Zu Hause setzte ich mich nur mal kurz aufs Sofa. Und tja...schlief ein. Um elf Uhr wachte ich mit einem super schlechten Gewissen aufgewacht. Niko! Das war ja wohl nichts…!

Gegenwärtig sein. Irgendwo fährt dieses Auto mit dem Aufkleber durch die Gegend. Und ich habe mich mal wieder  mich mit meinen Sorgen für morgen und übermorgen zugemüllt, ohne im Jetzt für andere da zu sein.

Sprecher: Daniel Schneider

Audiobeitrag Gegenwärtig sein


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