Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

08.09.11, Jost Klausmeier-Saß

Verzeihen

O-Ton 1: „ „Schwarz – weiߓ das hat mich viel beschäftigt. Ok – es ist schon eine krasse Sache, was Weiße uns angetan haben.“

Sprecherin: Lia, in Togo geboren, hat sich intensiv mit der Geschichte der Schwarzen beschäftigt. Und diese Geschichte ist vor allem eine über Sklaverei. Ausbeutung und Erniedrigung.  Lia hat sich deshalb lange von Weißen für ferngehalten. Vor allem, wenn sie auch heute noch Vorurteile zu spüren bekam:

O-Ton: „Ich meine, mir sind auch Dinge im Leben passiert, wo Menschen mir wehgetan haben – und das ist eine Sache, mit diesem Schwarz & Weiß – das man einfach abgegrenzt wird.

Sprecherin: Aber obwohl ihr Menschen wegen ihrer Hautfarbe weh taten, hat Lia versucht, sich in diese hineinzuversetzen. Zu verstehen, warum manche Weiße sie so ablehnend behandeln:

O-Ton: „Manche Menschen können einfach nichts dafür. Die kommen in eine Familie, die Familie sagt ihnen, „Ja, das ist n Schwarzer, spiel nicht mit dem.
Aber derjenige wird es dann so annehmen, weil es ihm so beigebracht wurde.“

Sprecherin: Das hat Lia weitergeholfen. Ihr wurde klar:

O-Ton: „Wenn man den Menschen dann einfach ne Chance gibt, und sagt „gut, du hast das jetzt zu mir gesagt, ich verzeihe Dir“, und derjenige dann merkt, ach, das ist gar nicht so, wie meine Eltern oder wie diese Leute es mir gesagt haben, woher er auch immer diesen Stoff hat – dass Schwarze böse sind.,“

Sprecherin: So gelingt Versöhnung. Für Lia ist dabei ein Gedanke immer ganz wichtig gewesen:

O-Ton: „Ich bin ja religiös. Gott sagt: man soll Menschen verzeihen. Ich mein, wir Menschen tun alle irgendwie irgendwo was Schlechtes und Gott verzeiht es uns. Und so hab ich es halt gelernt einfach: man muss Menschen verzeihen!“

Sprecherin: Alexa Christ 

Audiobeitrag Verzeihen


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