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Ich bin getauft auf deinen Namen (eg 200)
Choral 1: O dass ich tausend Zungen hätte (instrumental)
Autor: Ich bin getauft. Selbstverständlich. Ich bin getauft worden, vor vielen Jahren, als kleines Kind. Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer. Die meisten von uns werden das so sagen können: Ich bin getauft worden, bevor ich selber eine Entscheidung treffen konnte. Aber vielleicht haben Sie ja auch eine bewusste Erinnerung an Ihre Taufe. Vielleicht haben Sie sich bewusst entschieden: Ich will dazu gehören. Doch ob Sie selber oder Ihre Eltern entschieden haben: Die Taufe ist ein Geschenk. Ein Geschenk Gottes. Ein Gottesgeschenk.
Choral 2: Strophe 1: Ich bin getauft auf deinen Namen, / Gott Vater, Sohn und Heilger Geist; / ich bin gezählt zu deinem Samen, / zum Volk, das dir geheiligt heißt. / Ich bin in Christus eingesenkt, / ich bin mit seinem Geist beschenkt.
Sprecherin: Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott, Vater, Sohn und Heilger Geist; Ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. Ich bin in Christus eingesenkt, ich bin mit seinem Geist beschenkt.
Autor: Ich bin. Viermal: Ich bin getauft. Ich bin gezählt. Ich bin eingesenkt. Ich bin beschenkt. All das bringt die Taufe mit sich. Ich, in meiner ganzen Existenz, ich bin. Ich bin gezählt. Und zwar zu deinem Samen, zu dem, was Gott ausgesät hat. Nachkommen Gottes, des Vaters, des Schöpfers. Volk, das dir geheiligt heißt. Volk Gottes. Ich zähle dazu, ich gehöre dazu. Ich bin in Christus eingesenkt. Tief innen drin in Christus, da bin ich, da lebe ich. Christus, Gottes Sohn, umschließt mich. Und beschenkt bin ich. Seinen Geist habe ich geschenkt bekommen. Es ist der Heilige Geist, den er mir gegeben hat. Das sind drei mächtige Zusagen. Das klingt vollmundig: Ich gehöre zum Volk Gottes, und ich bin in Christus, und ich habe seinen Heiligen Geist. Alles durch ein paar Tropfen Wasser, die mir ein Pfarrer auf den Kopf gegossen hat?
Choral 2: Strophe 2: Du hast zu deinem Kind und Erben, / mein lieber Vater, mich erklärt; / du hast die Frucht von deinem Sterben, / mein treuer Heiland, mir gewährt; / du willst in aller Not und Pein, / o guter Geist, mein Tröster sein.
Autor: Noch einmal entfaltet das Lied die dreifache Zusage. In der zweiten Strophe spricht das Ich zum Du. Staunend über die Fülle des Geschenkten und gleichzeitig in klarer Systematik:
Sprecherin: Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt; du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt; du willst in aller Not und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein.
Autor: Das ist Katechismus, Bekenntnis und Gebet. Hier bringt der Dichter Johann Jakob Rambach auf den Punkt, was der dreieinige Gott für mein Leben bedeutet. Einfach, bildkräftig, in drei parallel gebauten Sätzen. Gott sagt: Du bist mein Kind und wirst später erben, was ich dir zusage. Jesus ist für mich gestorben. Sein Tod hat Frucht hervorgebracht, Leben also. Diese Frucht, das Leben, schenkt er mir. Der Heilige Geist tröstet mich immer, wenn ich Trost nötig habe. Und das alles durch ein paar Tropfen Wasser...?
Sprecherin: Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt; Ich hab, o Herr, aus reinem Triebe Dein Eigentum zu sein gewagt; Hingegen sagt ich bis ins Grab Des Satans schnöden Werken ab.
Autor: Nun komme ich. Meine Zusage, mein Versprechen im Gegenzug. Das ist ein Wagnis: Ich wage es, Gottes Eigentum zu sein. Dazu gehören Treue und Gehorsam. Und folglich eine Absage an die schnöden Werke des Satans.
So drücken wir uns heute nicht mehr aus. Der Satan? Seine schnöden Werke? Klingt verstaubt, ein bisschen miefig, muffig, moralisch. Klingt es immer noch so, wenn wirs in unserer Sprache sagen? Der Teufel, der Böse, das Böse. Damit will ich nichts zu tun haben, Schnöde bedeutet niedrig, erbärmlich. Nichtswürdig. Menschenverachtend. Also: Ich will, so lange ich lebe, mich von allem fernhalten, was böse ist, Menschen missachtet, in ihrer Würde verletzt.
Ich weiß: Aus eigener Kraft schaffe ich das nicht. So gut kenne ich mich. Immer wieder passiert es mir, dass ich andere vor den Kopf stoße, verletze, ihnen Schaden zufüge. Oft ungewollt, sogar unbewusst. Aber manchmal reitet mich auch der Teufel. Und hinterher tut es mir leid. Mit Johann Jakob Rambach kann ich singen:
Sprecherin: Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn...
Choral 2:, Strophe 4: Mein treuer Gott, auf deiner Seite / bleibt dieser Bund wohl feste stehn;/ wenn aber ich ihn überschreite, / so lass mich nicht verloren gehn; / nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, / wenn ich hab einen Fall getan.
Sprecherin (ein Stück overvoice) ...wenn aber ich ihn überschreite, so lass mich nicht verloren gehn; nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall getan.
Autor: Auf Gott kann ich mich verlassen. Ich bin und bleibe sein Kind und Erbe. Auch wenn ich Dummheiten mache. Oder Schlimmeres. Ja, ich habe manchmal Angst. Genau vor dem Bösen, mit dem ich nichts zu tun haben will. Mit dieser Angst kann ich zu Gott kommen und beten: Lass mich nicht verloren gehen. Gott macht mir keine Angst, sondern er nimmt mir meine Angst. Schließlich bin ich sein Kind. Diese Zusage habe ich. Das ist befreiend. Das ist das Beste, was es gibt auf der Welt. Und deshalb kann ich sagen:
Sprecherin: Ich gebe dir, mein Gott, aufs Neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin.
Autor: Gott liebt mich bedingungslos, deshalb will ich mich ihm bedingungslos ausliefern.
Sprecherin: Erwecke mich zu neuer Treue Und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen tut.
Autor: Ein hoher, ein unerfüllbar hoher Anspruch an mich selbst, ein vollkommenes Ziel. Ich bin auf Gott angewiesen, damit dieser Vorsatz Bestand hat. Seine Zusage, sein Bund mit mir, ist vollkommen. Deshalb kann ich beten: Lass diesen Vorsatz nimmer wanken.
In meiner Taufe, im dreimaligen Übergießen mit Wasser, habe ich Gottes Zusage erhalten. Voraussetzungen musste ich dafür nicht erfüllen. Die Taufe ist ein Gottesgeschenk. Gottesgeschenk ist das Leitmotiv, unter dem die evangelische Kirche dieses Jahr 2011 zum Jahr der Taufe erklärt hat. Das Gottesgeschenk gibt es ohne Voraussetzungen. Aber es bleibt nicht ohne Folgen. Ich spüre, erkenne, erfahre das Geschenk, indem ich es auspacke. Ein Leben lang.
Choral 2: Strophe 6: Lass diesen Vorsatz nimmer wanken, / Gott Vater, Sohn und Heilger Geist. / Halt mich in deines Bundes Schranken, / bis mich dein Wille sterben heißt. / So leb ich dir, so sterb ich dir, / so lob ich dich dort für und für.
Musikinformationen:
Musik 1: CD: Max Reger - Sämtliche Orgelwerke Vol 2 Titel: O dass ich tausend Zungn hätte Solist: Haas, Rosalinde {Orgel}
Musik 2: CD-Name: Lobt Gott getrost mit Singen Lieder aus dem Ev. Gesangbuch Chor: Studierende der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg Musikalische Leitung: Andreas Schmidt Verlag: Gottesdienst Institut 2008
Ich bin getauft auf deinen Namen (eg 200)
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