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Taufe - fünf auf einen Streich
O-Ton: Lasset uns nicht lieben mit Worten, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit.
Autor: So liest der kleine Jo heute seinen Taufspruch, den Satz aus der Bibel, der bei sei-ner Taufe gelesen wurde. Immerhin, heute kann er ihn selber lesen. Als Jo getauft wurde, kam er nämlich gerade in den Kindergarten. Jo hat vier ältere Geschwister und alle wur-den in einem Gottesdienst getauft.
O-Ton: Der Anlass war die Entscheidung des Ältesten, zur Konfirmation zu gehen. Und dann stand an: Wird er getauft, was ist mit den anderen? Werden die auch getauft?
Autor: So erinnert sich Christina Reinhardt. Auch Lea, die Zweitälteste, weiß noch genau, wie das war.
O-Ton: Also, ich hab das selber entschieden. Erstmal fand ichs nicht so toll, weil wir eben schon so alt waren, und ich das ja nur so kenne, dass alle andern als Kinder getauft wur-den, deswegen war mir das n bisschen unangenehm, dann da vorne zu stehen. Aber ich wollte es trotzdem.Das weiß ich noch genau.
Autor: Und wie kam es überhaupt, das alle fünf noch nicht getauft waren?
O-Ton: Ja, wir haben in erster Linie gewartet, weil ich aus meiner Sicht das ganz einfach ein bißchen in die Hände auch meiner Kinder die Entscheidung legen wollte. Ich wollte das nicht bestimmen.
Autor: sagt Klaus Reinhardt, der Vater. Dabei haben die Eltern nie das Gefühl gehabt, dass ihren Kindern etwas fehlt.
O-Ton: Ich denke, dass doch, wenn es so ist, jeder Mensch gleich angenommen wird von Gott ist er jetzt getauft oder nicht. Und insofern hab ich jetzt keine Sorge gehabt, dass unsere Kinder nicht getauft sind.
Autor: Im Gegenteil: Das Warten gab Raum für eine eigene Entscheidung. Und die trafen alle fünf gemeinsam. Es war ein großes Fest. Wenn Familie Reinhard sich heute erinnert, liegt ein dicker Ordner auf dem Tisch: Fotos aus der Kirche, das Liedblatt aus dem Got-tesdienst, eine Liste mit Taufsprüchen.
O-Ton: Ich habe mich ins Internet begeben und habe unter Taufsprüchen geschaut, was es da alles so gibt, und habe mich durchgearbeitet und habe einige ausgesucht, von denen ich denke, dass sie zu meinen Kindern passen würden.
O-Ton: Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden wollt. So lässt sich der Wille Gottes zusammenfassen.
Autor: Das ist zum Beispiel der Taufspruch von Piet, dem Zweitjüngsten.
O-Ton: Also, das versteh ich so, dass ich keinen ärgern soll und dass der andere mich auch nicht ärgern soll.
Autor: So haben Eltern und Kinder gemeinsam überlegt, welcher Taufspruch am besten passt. Ein bisschen Schmunzeln müssen die Reinhardts immer noch, denn fünf auf einen Streich, das erlebt man nicht alle Tage.
O-Ton: Letztendlich sag ich mal, führ ich das auch n bisschen auf unsere Art und Weise der Erziehung zurück, unsere Kinder so zu erziehen, dass sie menschlich handeln, ge-recht handeln, und ja ganz einfach sich auch in so ne Gesellschaft einfügen. Und das war eigentlich letztendlich schon ne gewisse Überraschung.
Autor: In der Taufe wollten sie erleben: Gott kennt mich. Gott sagt Ja zu mir. Aber sie wollten jetzt auch selber zeigen: Ja, dazu stehe ich, dieser Glaube bedeutet mir etwas. Und ich will zu dieser Gemeinschaft gehören.
O-Ton: Dabei sehe ich die Taufe eher als ein Bekenntnis zu Gott. Ich teile die Auffassung, dass es entweder einen Gott gibt, der alle gleich liebt oder gar keinen, und deshalb sehe ich das so, dass ich mich einfach nur zu einer Gemeinschaft bekenne. .
Autor: So sieht es Nils, der älteste. Und seine Schwester Anna ergänzt:
O-Ton: Das ist auch halt das Bekenntnis, dass man weiß: Ja, Gott ist jetzt auch auf jeden Fall für dich da und so, wenn du den brauchst, und du kannst dann mit dem reden.
Autor: Sie weiß noch genau, wie sich das anfühlte, gesegnet zu werden.
O-Ton: Also, da hat man sich so mit Gott verbunden gefühlt also zumindest ich.
Autor: Darum geht es wohl in der Taufe. Gott sagt Ja zu den Menschen. Und Menschen sagen Ja zu Gott. Eine Entscheidung, die verbindet.
Taufe - fünf auf einen Streich
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