Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

24.08.11, Daniel Schneider

Ungewollt! Verantwortung übernehmen

Er war so gar nicht das, was man normalerweise unter einer geeigneten Führungskraft versteht.

Gideon, damaliger Geschäftsführer vom Volk Israel wird in der Bibel eher als unsicher und nicht so von sich überzeugt beschrieben. Bei seiner Berufung durch Gott persönlich, sagte er: Ach ja, ich bin ja eher nicht so geeignet und meine Familie ist auch nicht so die Angesehenste in Israel und überhaupt … ich bin viel zu jung.

Gott sagte: Das ist ja alles schön und gut, aber ich helfe dir dabei. Ja, sagte Gideon, aber woher weiß ich denn, dass du wirklich Gott bist? Und so weiter …

Als Gott ihn dann überzeugt hatte  und Gideon schließlich in Amt und Würden war, blieb er unsicher, ob Gott ihn wirklich unterstützen würde. Er bat zum Beispiel vor einem drohenden Krieg um einen Beweis, ein Zeichen:  Deshalb legte er ein Fell über Nacht vor die Tür. Wenn das Fell am nächsten Morgen nass vom Tau ist und der Boden ringsherum trocken, dann würde er glauben. So wars dann auch am nächsten Morgen. Aber Gideon war sich immer noch unsicher. Nochmal den Test: Diesmal umgekehrt. Fell sollte trocken bleiben, Boden drumherum nass. Auch das klappte und jetzt endlich war sich Gideon so einigermaßen sicher. Zumindest eine Zeit lang.

Gott ist geduldig. Er lässt sich auf die Forderungen von Gideon ein und denkt sich nicht: Oh Mann, wen habe ich denn da in die Chefetage berufen?  Für mich wird daran klar: Zweifel sind bei Gott gut aufgehoben.  Siehe Gideon. Und mich erleichtert es,  wenn ich nicht immer so tun muss, als hätte ich alles zweifellos im Griff.

Sprecher: Daniel Schneider

Audiobeitrag Ungewollt! Verantwortung übernehmen


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