Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

12.08.11, Bernd Tiggemann

Grillen für die Sicherheit

Seit vier Wochen wird auf meinem Parkplatz gegrillt. Da, wo ich das Auto abstelle, um die Bahn in die Stadt zu nehmen,

trifft sich spätnachmittags eine Gruppe von Leuten zum Feiern. Zuerst gab es nur kalte Getränke und laute Musik. Dann kamen Tisch und Klappstühle dazu. Und jetzt bruzzeln abends, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, Würstchen auf dem Grill.

Einige Leute in der Nachbarschaft regen sich tierisch darüber auf. Dem einen ist die Musik zu laut. Die anderen meckern über den Müll. Und die Pendler haben Angst, jemand könnte mit der Bierflasche den Lack vom Auto zerkratzen.

Zugegeben: am Anfang war ich auch skeptisch. Und einige von den Typen, die auf dem Parkplatz Party machen, sind schon ziemlich schräg. Aber Hand aufs Herz: passiert ist bis heute nichts.

Klar, ich kann mich über alles aufregen und nur das wahrnehmen, was mich stört. Ich kann aber auch versuchen, die Sache positiv zu sehen: Ist doch schön, dass die Grillfreunde einen Ort gefunden haben, an dem sie das tun können, was ihnen Spaß macht. Und so lange jemand auf dem Parkplatz ist, kommt bestimmt keiner auf die Idee, die Autos zu knacken. So gesehen hab ich sogar noch was von der Parkplatz-Party.

Ändert eure Sichtweise auf die Dinge, das hat Jesus immer wieder gesagt und vorgemacht. Und das ist bis heute immer noch bitter nötig.

Sprecher: Daniel Schneider

Audiobeitrag Grillen für die Sicherheit


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