Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

30.07.11, Bundesministerin a.D. Dr. Irmgard Schwaetzer

Gott wir preisen deine Wunder (eg 601)

Mein Patenkind ist jetzt 10 Jahre verheiratet. Neulich erzählte sie mir von ihren Erinnerungen an die Hochzeit.

Ganz seltsam habe sie sich gefühlt, als sie durch die Kirchentür nach innen ging. Kein Gedanke mehr daran, ob auch das Kleid richtig sitzt. Es war alles Staunen, alles Glück, ja Jubel. Von heute an wollten Georg und sie ganz zusammen gehören – es fühlte sich so unfassbar an, es war die Erfüllung ihrer größten Sehnsucht. Ein Wunder? Das Wunder ihrer Liebe!

Musik 1 / Strophe 1: Gott, wir preisen deine Wunder, / die es in der Schöpfung gibt, / und das Größte ist darunter, / dass ein Mensch den andern liebt. / So hast Du die Welt verschönt / und mit Gnade uns gekrönt.

Autorin: Die Liebe ist ein wunderbares Geschenk, an dem die Liebenden sich freuen können. Ein Geschenk, das das Leben von zwei Menschen aufeinander bezieht, das es reich macht für sie selber, ihre Familie und für andere. Ein Geschenk Gottes an uns. Denn in der Liebe ahnen wir, wie er das Leben gemeint hat. So beschreibt es der Apostel Paulus im 1. Brief an die Gemeinde in Korinth:

Sprecher:  (Musik 2, Orgelversion) Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin. Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. (1. Kor. 13, 12-13)

Autorin: So steht neben dem Glück und dem Jubel die Bitte, dass es so bleiben möge. Denn nicht jeder Tag ist wie ein Hochzeitstag. Aber es gibt den Wunsch, den Anfang, das Ziel und die Mitte dieser Beziehung fest und verlässlich zu machen und damit den Grund für die lebenslange Freude von zwei Menschen aneinander zu legen. Karen und Georg sind in die Kirche gekommen und ihre Familien und Freunde haben sie begleitet, um Gott um seinen Segen zu bitten.

Musik 1 / Strophe 2: (Frauenchor) Nun erhöre unsre Bitte / und mach Dein Versprechen wahr: / Segne Anfang, Ziel und Mitte / auch an diesem Ehepaar. / Sei Du selber früh und spät/ Schutz und Schirm, der mit ihm geht.

Sprecher:  Strophe 2 – overvoice: Nun erhöre unsre Bitte und mach Dein Versprechen wahr: Segne Anfang, Ziel und Mitte auch an diesem Ehepaar. Sei Du selber früh und spät Schutz und Schirm, der mit ihm geht.

Autorin: Der Autor dieses Trauliedes, Detlef Block, weiß offensichtlich wie es in einer Beziehung zugeht. 1934 geboren wuchs er in Norddeutschland in einer großen Familie mit drei Brüdern auf, heiratete nach dem Theologiestudium. Mit seiner Frau Karin hat er vier Kinder. Diese Erfahrungen aus einem langen Leben hat er in etwa 200 Liedern aufgeschrieben und vertont. Und in diesem von ihm 1967 geschriebenen Traulied hat er Lob und Dank der Familie und Freunde darüber zum Ausdruck gebracht, dass zwei Menschen sich gefunden haben, für die nun Fürbitte gehalten wird:

Musik 1 / Strophe 3 ( Männerchor) Gib, dass sie sich glücklich machen / und vertrauen Frau und Mann, / dass im Weinen und im Lachen / ihre Liebe reifen kann / und auch in Enttäuschung nicht / die versprochne Treue bricht.

Sprecher: Strophe 3, overvoice: Gib, dass sie sich glücklich machen und vertrauen Frau und Mann, dass im Weinen und im Lachen ihre Liebe reifen kann und auch in Enttäuschung nicht die versprochne Treue bricht.

– Zwischenmusik -

Musik 1 /Strophe 4 (gemischter Chor) Dass die Herzen nicht ersterben, / mach sie füreinander wach; / lass sie täglich um sich werben  / und sich finden hundertfach. / Einer, so will’s dein Gebot / sei des andern täglich Brot. (Strophen 3 bis 4)

Sprecher: Strophe 4, overvoice: Dass die Herzen nicht ersterben, mach sie füreinander wach; lass sie täglich um sich werben und sich finden hundertfach. Einer, so will’s dein Gebot sei des andern täglich Brot.

Autorin: Diese beiden Strophen sind für Detlev Block besonders wichtig, sie sind die inhaltliche Mitte des Liedes, und er sagt dazu:

Sprecher: Glück und Vertrauen wachsen im Weinen und im Lachen, und wo das bewusst in der Ehe wahrgenommen wird, da muss auch Enttäuschung letztlich nicht zum Treuebruch führen. Wesentlich ist, dass Frau und Mann auch nach der Hochzeit täglich neu umeinander werben und sich dabei „hundertfach finden“, also auch überraschende Neuentdeckungen aneinander machen. Dieser Wachheit des Herzens gilt die besondere Fürbitte.

Musik 1 /Strophe 4 (gemischter Chor): Dass die Herzen nicht ersterben, / mach sie füreinander wach; / lass sie täglich um sich werben  / und sich finden tausendfach. / Einer, so will’s dein Gebot / sei des andern täglich Brot.

Autorin: Karen und Georg haben die ersten zehn Jahre gut hinbekommen. Sie sind achtsam gewesen mit sich selbst und anderen. Aber sie haben noch einen langen Weg vor sich bis sie dem alten Ehepaar gleichen, dass uns auf der Strasse begegnet und dass einander so ähnlich sieht. Und jeder weiß doch: von dieser Ähnlichkeit war bei der Hochzeit nichts da. Sie ist der Ausdruck eines gelungenen Lebens. Die beiden haben sicher hart daran gearbeitet, sie haben immer wieder Verständnis gehabt, sie haben sich tausende Male vergeben und verziehen und sind noch viel öfter gemeinsam glücklich gewesen. Ein weiter Weg. Ein Weg, der nicht selbstverständlich ist, möglich ist er schon. Was dazu gehört, zusätzlich zu allem, von dem in den Fürbitten gesprochen worden ist? Vertrauen! Vertrauen ineinander und in Gottes beschützende Nähe.

Musik 1 / Strophe1: Gott, wir preisen deine Wunder, / die es in der Schöpfung gibt, / und das Größte ist darunter, / dass ein Mensch den andern liebt. / So hast Du die Welt verschönt / und mit Gnade uns gekrönt.

Sprecher:  Strophe 1 – overvoice: Gott, wir preisen deine Wunder, die es in der Schöpfung gibt, und das Größte ist darunter, dass ein Mensch den andern liebt. So hast Du die Welt verschönt und mit Gnade uns gekrönt.

– Zwischenmusik -

Musik 1 / Strophe 5: Lass sie mehr und mehr dem gleichen, / der dein Bild ist: Jesus Christ; / immer neu die Hand sich reichen, weil du lauter Hoffnung bist. / Guter Gott verlass sie nie, / trage und vollende sie. (Strophe 1, Zwischenmusik und Strophe 5)

Sprecher:  Strophe 5 – overvoice: Lass sie mehr und mehr dem gleichen, der dein Bild ist: Jesus Christ; immer neu die Hand sich reichen, weil du lauter Hoffnung bist. Guter Gott verlass sie nie, trage und vollende sie.

Musikinformationen:
Musik 1  Chorversion
(Vorspiel von 0’49 und alle Strophen)
CD-Titel:  Alte Choräle in neuen Sätzen
Titel:    „Gott, wir preisen deine Wunder“ (eg 601)
Text von Dichter:  Detlev Block, 1978
Komponist:   Heinrich Albert, 1642
Melodie zu: Gott des Himmels und der Erden [eg 445]
Satz:  Hans Martin Kiefer

Chor:    Westfälische Kantorei Herford
u. d. Leitung v.: Hildebrand Haake

Musik 2  Orgelversion
CD-Titel:   Wach auf, mein Herz, und singe
Titel:    „Gott des Himmels und der Erden“ eg 445
   gleiche Melodie wie „Gott wir preisen deine Wunder“ eg 601
CD-Verlag und Ort: chrismon edition
Komponist:   Heinrich Albert, 1642
Improvisation: Albert Behrends

Audiobeitrag Gott wir preisen deine Wunder (eg 601)


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