Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

27.07.11, Florian Schmitz-Kahmen

Guter Rat

Geben und Nehmen. Unsere Sprache kennt da so einige Begriffspaare:Es gibt Arbeitgeber und Arbeitnehmer.Es gibt Maßgaben und Maßnahmen.Es gibt Ratgeber und es gibt…

Nein! Hier passt was nicht. Es gibt zwar Ratgeber, aber eben keine Ratnehmer. Wieso eigentlich nicht?

Es hängt wohl damit zusammen, dass der so genannte „gute Rat“ oftmals keiner ist. Jedenfalls dann nicht, wenn ich ihn ungefragt heraus posaune. Ungebetene Ratschläge sind immer Schläge.

Wenn Sätze beispielsweise so beginnen, dass einer sagt: „Also ich an deiner Stelle würde…“ – dann gehen bei mir die Rollläden runter. Wenn allerdings einer zu mir kommt und Rat sucht, ist das was anderes. Er will ja meine Meinung hören. Ob sie ihm gefällt oder nicht, steht dann auf einem anderen Blatt.

Es ist eine Kunst, sich auf die Zunge zu beissen und gutgemeinten Ratschläge nicht ungefragt zu erteilen. Und ….falls mir das gerade jetzt passieren sollte… also, falls ich dir gerade jetzt diesen Ratschlag  präsentiere, ob wohl du ihn gar nicht hören willst…dann beweist wieder einmal mehr, wie schwer das mit dem guten Rat ist.

Sprecher: Daniel Schneider

Audiobeitrag Guter Rat


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