Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

03.07.11, Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

Woran Promis glauben: Gerald Asamoah

O-Ton: Ich dank Gott für das was ich in meinem Leben erreicht habe. Aber ich wusste nicht, wo ich nach Deutschland kam - ich war zwölf -

und Gott hat aus mir was besonderes gemacht in Deutschland. Ich bin Fußballer verdien gutes Geld, ich hab schöne Familie. Uns geht es sehr, sehr gut.
 
Autorin: Gerald Asamoah –  wer kennt ihn nicht? Den muskulösen Mann aus Ghana mit den lachenden Augen. Den ersten Schwarzafrikaner in der deutschen National Elf, den Liebling von Schalke und zuletzt von  St. Pauli. Dass er einmal so viel Erfolg haben würde, hätte er sich nicht träumen lassen.

O-Ton: Wenn du in Ghana aufwachst, wenn es dir wirklich nicht gut geht, dann hast du ja vielleicht nur  was zum Essen ab und zu mal  und du spielst Fußball auf der Straße und das war es dann auch.
 
Autorin: Erst in Deutschland begann er in einem Verein zu trainieren und begann davon zu träumen:

O-Ton: Fußballer zu werden, weil ich einfach gesehen habe, hier hab ich Möglichkeit, was zu erreichen und deswegen hab ich alles dafür gegeben, um mein Ziel  zu erreichen.

Autorin: Doch dann passierte das Unvorstellbare. Im September 1998 . Bei Gerald Asamoah – er war gerade mal 19 - wurde eine Herzwandverdickung diagnostiziert.

O-Ton: Alle Ärzte haben gesagt, es geht nicht mehr weiter. Du kannst keinen Fußball mehr spielen, und da hab  ich einfach diesen Weg zu Gott gefunden, zu sagen: Nur Gott kann mir aus diese Krise helfen.

Autorin: Drei Monate zwischen Hoffen und Bangen – eine Zeit, die Gerald Asamoah in seinem Leben nicht vergessen wird.

O-Ton: Ich habe jeden Tag gebetet. Ich war in Kirche und nur mit Gott meine Zeit verbracht, damit er mir auch in diese Krise hilft. Und wenn man Ende sieht, dass ich dann trotzdem noch Fußball spielen kann, dann weiß ich, dass Gott schon noch auf meine Gebete gehört hat.  Und seitdem weiß ich, er ist immer da und er hat immer einen Weg für mich.

Autorin: Gott und ein amerikanischer Herzspezialist konnten ihm helfen. Seitdem spielt Asamoah wie ein Weltmeister. Seine Bilanz nach 13 Jahren: zwei Weltmeisterschaften, 300 Bundesliga- und 43 Länderspiele. Obwohl er ein Star ist wurde er wegen seiner Hautfarbe immer wieder diskriminiert. 

O-Ton: Natürlich, wenn du solche Leute hast, solche Leute die dich nicht akzeptieren wollen als Mensch,  die nicht akzeptieren wollen, dass du auch dazu gehörst,  tut  das sehr, sehr weh. Weil du einfach sprichst die Sprache,  du versuchst das Land irgendwas zurückzugeben, aber es gibt Leute, die das nicht akzeptieren wollen.

Autorin: Doch Gerald Asamoah lässt sich nicht so schnell einschüchtern. Durch seine Herzerkrankung hat er die Erfahrung gemacht:  Bei Gott ist nichts unmöglich. Und deshalb tut der fromme Fußballer auch alles, was ihm möglich ist, um anderen zu helfen: 

O-Ton: Man muss versuchen die Leute,  die es nicht gut geht, immer was zurückzugeben. Und deswegen habe ich ja selbst eine Stiftung aufgemacht für herzkranke Kinder, dass man einfach die Kinder  was zurückgibt.  Das ist einfach meine Glaube, dass ich denke, dass man für die Mitmenschen da sein muss …

Autorin: Sein Traum ist eine Herzklinik in Ghana. Doch wie weit geht die Nächstenliebe auf dem Platz –:

O-Ton: Wenn ein Schieri zu mir kommt und fragt: Herr Asamoah war das so oder war das nicht so, dann muss man einfach ehrlich sein und sagen: So war`s. So denk ich, aber auf dem Platz zu sagen: Ok, weil ich Christ bin, werde ich das und das nicht machen, das ist sehr, sehr schwer. 

Autorin: Um zu beten und das Wort Gottes zu hören, geht der Nationalspieler aber  lieber in die afrikanische als in die deutsche Kirche. Dort sei die Stimmung einfach besser:

O-Ton: … aber wenn du dann bei der afrikanischen Kirche bist, da wird getanzt, da wird alles getan, weil man einfach froh ist, da zu sein, man ist froh, dass man noch lebt, weil man weiß ja nie was morgen ist.

Autorin: Im Angesicht Gottes heute so zu leben, als sei es der letzte Tag – das ist das Lebensmotto von Gerald Asamoah – einem frommen Gottesmann aus Ghana.

Audiobeitrag Woran Promis glauben: Gerald Asamoah


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